# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1857_S202 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 202 Die Generalsynode der lutherischen Kirche in Preußen vom Jahr 1856. kung, die Pastoren hätten allerdings vor allem auf ihre Gemeinden zu sehen, aber auch einen Blick ins eigene Innere zu wenden, um ein gutes Gewissen zu bewahren; durch ein solches Zeugniß würden die Mitglieder sich gegenseitig stärken, und es sei doch ein Schmerz, von so vielen sich getrennt zu sehen, mit denen man verbunden sein möchte, ein Segen, wenn garantirte Rechte wieder hergestellt würden. — In Beziehung auf das unterdessen verlesene Besser'sche Schreiben erwähnt Pastor Wolf: Wir haben dieses Schreiben als ein Geschenk Gottes anzusehen, zu dem wir uns von Herzen bekennen sollten. Alle, die sich um uns kümmern, warten mit Spannung darauf, was wir thun werden, da wir, wie es scheint, einen Schritt zur Union hin gethan haben. Schweigen wir jetzt, so wird angenommen, daß wir der Union nahe sind, oder aber, daß wir sie nicht mehr eines Wortes für werth halten. Wo es aber Gemeinden und Gemeindeglieder gäbe, die hieran Anstoß nehmen könnten; so ist es besser, sie nehmen Anstoß, ja denen müssen wir Anstoß geben, ehe als wir das Licht unter den Scheffel stellen. Gerade um solcher tiefen Krankheit willen muß ihnen zur Heilung ein solcher heilsamer Anstoß gegeben werden. Die Lehrer Below aus Posen und Isberner aus Camin bemerken: die Gemeinden würden keinen Anstoß nehmen, sondern das Schreiben würde wohlthuend an ihnen wirken. Man habe auf die Zeichen der Zeit zu merken. Die Apostel hätten auch nicht abgewartet, bis man sie gerufen, sondern sie seien den Leuten und Völkern entgegen gezogen. Professor Dr. Kahnis: Es sei eingewendet worden, daß keine rechte Veranlassung zu dem Schreiben da sei; aber es gelte hier die Abweisung eines weit verbreiteten Wahns von der Härte und Lieblosigkeit der preußischen „Altlutheraner“. Ein solches Schreiben, wie das vorliegende, solchen Leuten gedruckt übergeben zu können, sei eine Niederlage für die Gegner, wie exclusive Aeußerungen ein Triumph für sie seien. Dabei sei es nicht so nöthig, auf die möglichen Folgen zu sehen; diese wollten wir, unseres Weges uns als eines göttlichen Weges bewußt, im Glauben dem HErrn überlassen. Wir brauchen nicht in Worten scharf zu sein, denn unsere Schärfe liegt in unserer ganzen Stellung hinlänglich. — Bisher hat die lutherische Kirche Preußens die Pflicht gehabt, durch die Enge hindurch zu gehen; aber sie muß auch ihres öcumenischen Characters eingedenk bleiben, und ihres Berufs, die allgemeine Kirche zu werden; dies ist unser Anspruch an die ganze preußische Landeskirche, darum muß dieses vortreffliche Schreiben angenommen werden. Dem ähnlich Superintendent Pistorius: die Kirche habe einen stillen, königlichen Weg zu gehen; dabei müsse sie aber auch ihre königliche Art beweisen; diese sei aber: auszutheilen, sich genießen zu lassen und rings um sich her Segen zu verbreiten. — Es sei auf den Erfolg hingewiesen worden. Er wisse freilich nicht, was Gott thun wolle, in dessen Hand der Erfolg liege; nach den gemachten Erfahrungen werde wahrscheinlich in Bezug auf die lutherisch gesinnten Unirten das Schreiben vergeblich sein; gleichwohl sei es zu