# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1857_S199 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. 199 in sich selbst vollendeten Organismus übereinstimmen. Dies ist das ewig Feststehende und alle Entwicklung der Kirche Bestimmende und Tragende, was auch allein richten kann über jegliche Gnadengaben und deren Zweck und Ziel, vor allen die der Weissagung oder Offenbarung und Auslegung der Geheimnisse des Himmelreichs, welche je nach dem eignen Glauben, der oft und meistens ohne sie ist und mit derselben in gar keiner nothwendigen Verbindung steht, nicht geprüft werden kann, weil solche Richtschnur um der Schwachheit willen unsers Fleisches eine unvollkommene nur sein wird. Wir haben an dem Vorbild der heilsamen Lehre das Fundament, auf welchem der Bau des Leibes Jesu Christi sich erhoben hat, und durch das Bekenntniß der Heiligen von jenem zugleich den Sinn, welchen ihr Glaube allezeit mit dem Worte verknüpfte und aussprach, so oft es galt, das einzelne Glied oder Artikel gegen alle Verunstaltungen in seinem rechten Lichte zu zeigen. Sie hängen in wunderbarer Einheit also zusammen, daß die Auflösung eines Theils das Ganze nach sich zieht, und sind der Inbegriff aller Wahrheit zur Seligkeit, ewig und unveränderlich. Ob ein Stück oder Theil der gesammten kirchlich dogmatischen Materie Fundamentalartikel sei, so daß er nicht verletzt werden kann, ohne den Grund anzugreifen, ist das unfehlbare Zeichen dieses: wer seinen Widerspruch dagegen nur motiviren kann dadurch, daß er entweder menschliche Vernunft und Willkür, nach welcher der bestimmte Glaubensinhalt der Schrift, in den Symbolen niedergelegt, mehr oder weniger übersehen wird, oder eine das geschriebene Wort nicht ergänzen und beleben sollende Tradition als Prinzipien einmischt, der beweist damit, daß er das Fundament verlassen hat. Je weiter abwärts es zum Irrthum geht, desto mehr werden aus göttlich positiven Erkenntnissen Menschenfündlein oder schwankende Gefühle; daher oft in der scheinbar geringsten Abweichung wegen ihrer Quelle ein kräftiger Same des Irrthums verborgen liegen kann, und umgekehrt das Unangemessene mancher Ausdrucksweise aus einem Mangel der Erkenntniß fließt, der durch das Licht des Worts sich bald zerstreut. Das Beharren trotz aller bessern Ueberweisung des Gegentheils macht zum Ketzer. Was tief und entschieden in die ganze Lehrdarstellung eingreift, das wirkt ebenso wiederum zurück auf Glauben und geistliches, kirchliches Leben; Ja und Nein können nicht neben einander bestehen; ein jeder Artikel des apostolischen anvertrauten Gutes ist ein Baum des Lebens, der seine feinen Früchte bringt, welche des Glaubens Art an sich haben und von demselben geweiht werden. Möge der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der Gott alles Trostes, Gnade und Barmherzigkeit, uns vor jeder Union bewahren, welche nicht eine Erbauung des Leibes Christi und Gemeinschaft der Heiligen ist auf dem unzertrennlichen Grunde der Lehre, die ein subjectives Meinen und Dünken an die Stelle der Regel der Wahrheit setzt und im falsch teleologischen Bestreben Elementen derselben widerstreitet!