# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1857_S185 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Rumor über die neuesten Oberconsistorialgeneralien in Bayern. 185 „Fränkischen Curier“ —; Menschen, die nicht nur keinen Teufel, sondern auch keinen Himmel und keine Hölle glauben, noch auch der Jugend solchen Glauben beizubringen gestatten wollen, wie die Lindauer „Protestanten“, noch als ihre Glieder anzuerkennen? Wer muß der Kirche nicht vielmehr die Pflicht zuerkennen, solche Leute öffentlich als nicht mehr zu ihr gehörig zu erklären? Aber wer kann hinwiederum sie zwingen, zu glauben, was sie eben nicht glauben, oder zu einer Kirche sich zu halten, die sie verabscheuen, deren Grund zu untergraben ihr offen ausgesprochenes Bekenntniß ist? Darum gewähre man ihnen die Glaubensfreiheit, die sie begehren, die sie aber nur außer⸗, nicht innerhalb der christlichen Kirche beanspruchen und genießen können. Der Staat lasse sich von ihnen die nöthigen Garantien geben und sich ihrer Ueberzeugung gemäß constituiren. Das wird der einzige Weg sein, der Landeskirche zu helfen und sie zu retten.*) Das ists auch, was Dr. Fabri am Schluß der belobten Aufsätze als das heilsamste andeutet. Aber man wird nicht darauf eingehen. Man getröstet sich der kommenden Generalsynode. Die großen „Protestanten“ machen jetzt schon alle Anstrengungen, bei den Kirchenvorstandswahlen ihre Leute hinein und dadurch auch in die Generalsynode zu bringen, und das muß ihnen gelingen und ist ihnen schon zum Theil gelungen, denn — sie sind ja die Mehrzahl. Sie haben, wie man vernimmt, Kirchen- und Abendmahlsverächter hineingewählt, der Wahlordnung zum Trotz, und niemand hindert es. Wer will auch? Hin und wieder einmal des Jahres kommt ja so ein „Protestant“ doch auch in die Kirche, hin und wieder fällts ihm doch auch noch zuweilen ein, der Frau zu lieb oder des Brauchs und Anstands wegen zum Abendmahl zu gehen, und die Wahlordnung schreibt nicht fleißigen Kirchen- und Abendmahlsbesuch als Erforderniß passiver Wahlfähigkeit vor, sondern nur daß einer seinen kirchlichen Sinn durch Theilnahme an Gottesdienst und Abendmahl bethätige. Zudem haben sie auch beim Wahlact ihre Leute zu Beisitzern hinzubringen gewußt, deren Pflicht es wäre, Stimmen zurückzuweisen, die auf unkirchliche und christlich unsittliche Leute fallen. Der nächste Antrag dieser neugewählten Kirchenvorstände wird dahin gehen, daß gleich viel weltliche und geistliche Mitglieder zur Generalsynode kommen sollen. Es steht zu hoffen, daß sie das vergeblich anstreben werden; aber dennoch ists gewiß, daß die nächste Generalsynode ganz andere Sprünge machen wird, als die vorige. Wir könnens erwarten. Gott erwecke die Herzen aller Mitglieder, daß sie nur recht frei und ungescheut ihres Herzens Meinung herausgeben und treibe hinweg alle Heuchelei und Wohldienerei, auf daß jedermann wisse, wie er daran sei. Er, der treue Gott, stärke aber auch die Herzen unserer Kirchenobern, sowie aller redlichen Diener an Seinem Wort und aller treuen Christenseelen, fest zu stehen im Kampf und keinen Fuß breit zu weichen von der erkannten und heilsamen Wahrheit *) Wer, namentlich in Amerika, sollte diesen goldenen Worten seine Beistimmung zu geben und zu bezeugen nicht bewogen werden! Die Erkenntniß solcher Wahrheit ist gewiß eine köstliche Frucht des Rumors. L. u. W.