# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1857_S182 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 182 Der Rumor über die neuesten Oberconsistorialgeneralien in Bayern. behaupten kann, daß Privatbeichte an irgend einem Ort unmöglich sei, der kann alles behaupten und beweisen; der „legt eben unsere Generalien getrost zu seinen andern Papieren und raucht seine Pfeife Taback darüber“. Und wo sich noch so viel und groß Misere unter dem Pfarrstande findet, daß „mehrere Geistliche aus dem Ries“ im „Fränkischen Curier“ (!) den Kirchenpöbel anflehen, doch nicht mehr über sie herzufallen und sie zu schelten ob den neuen Dingen, da sie doch nur Organe ihrer Kirchenobern seien und deren Verordnungen vollziehen müßten, auch wenn sie dieselben selbst nicht billigten; die dadurch, daß sie über vermehrte Brustanstrengung und Arbeit, so ihnen durch die neue Gottesdienstordnung geworden, sich bitterlich beklagen und auch der Einbuße durch das Ablösungsgesetz jammernd gedenken, Mitleid für sich zu erregen suchen und mit der Bitte schließen, man möge sie doch darum verschonen und „nicht zu Sündenböcken ihrer Kirchenobern machen“: da hat es wahrlich mit strenger Ausführung der Generalien und mit heiliger Zucht keine Noth! Darum sag ich noch einmal, der ganze Rumor war unnöthig, leider Gottes! Ich wiederhole aber gleichfalls noch einmal: er war vergeblich, vergeblich nämlich für die Rumorer und ihren Zweck. Der Kirche war er nur heilsam, schadete ihr gar nichts, und wird ihr nichts schaden, wenn er sich auch noch verzehn⸗ und verhundertfachte. Denn dadurch wird vor allem der große Schaden Josephs bloß gelegt vor aller Augen und es ist nicht mehr möglich, daß man sich darüber süßen Selbsttäuschungen hingebe, daß man mit „befriedigenden Wahrnehmungen, wie christlicher und kirchlicher Sinn in den Gemeinden immer mehr zunehme“ und dergleichen, sich nach oben und unten beruhige; die enormen Majoritäten unter den „Protestationen“ gegen die geringste Bethätigung kirchlichen Sinnes (in Augsburg z. B. durch 2200 Unterschriften trotz zwiefacher beruhigender Ansprache!) erweisen solche Wahrnehmungen als traurige Selbsttäuschungen, seien sie nun verschuldet oder unverschuldet. Es ist aber ein großer Gewinn, wenn es einmal zu gründlicher Erkenntniß des Schadens kommt oder gekommen ist. Denn das treibt zur Untersuchung von Grund und Ursache des Schadens, zu Erkenntniß der Schuld, zur Buße. Einigermaßen hatte man freilich den Schaden schon erkannt, und dies Erkenntniß hatte in allen treumeinenden Herzen ein sehnlich Verlangen nach Wiederherstellung kirchlicher Zucht geweckt, denn das sah man ein: um der Zuchtlosigkeit willen muß der Schaden immer größer werden und das Uebel immer weiter um sich fressen. Daß aber die Zucht ganz verfallen war, das war geschehen durch Schuld der Kirche, durch Schuld ihrer Glieder und Diener, wie ihrer Obern. Darum ist es aber auch so schön, daß unsere Obern wiederum mit dem Bekenntniß dieser Schuld frei und offen vorangegangen sind, indem sie in dem Generale über Wiederherstellung kirchlicher Zucht es aussprechen: „Was in der Kirchenzucht in wirklichem Sinne in Vergessenheit gerathen ist, das ist vergessen worden durch Untreue.“ Allein daß der Schaden so groß, daß die Verachtung kirchlichen Bekenntnisses