# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1857_S180 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 180 Der Rumor über die neuesten Oberconsistorialgeneralien in Bayern. der Zucht des göttlichen Wortes unterthan und demgemäß auch reif würden für die diesem Worte entsprechende und dem jeweiligen Standpuncte ihrer Erkenntniß angemessene Kirchenzucht. Nach diesen zwei vorausgegangenen Schritten würde denn der dritte auf keine größeren Schwierigkeiten stoßen, „in aller Geduld und Lehre“ auch eine gesündere und erbaulichere Form des Gottesdienstes und eine dem Sinne des Evangeliums gemäße Gemeinde⸗Ordnung, sowie eine thätigere Betheiligung an den Glaubenswerken und der Liebesarbeit der Kirche für ihre Erhaltung und Ausbreitung anzubahnen und herbeizuführen. Wollten die genannten Herrn Amtsbrüder aber fortfahren, diesen dritten Schritt zu versuchen, ehe die zwei ersten geschehen sind, und gleichsam von hinten anfangen, ihre Gemeinden kirchlich zu reformiren: so gehört eben keine prophetische Gabe dazu, um vorauszusehen, daß sie, nachdem sie einige Jahre in allerhand unausführbaren Synodalbeschlüssen vergeblich mit Kirchlichkeit experimentirt und sich fruchtlos darin abgemüdet haben, endlich die Beute einer kirchlichen Körperschaft werden, die sich besser darauf versteht, auf die von ihnen beliebte Weise lutherische Kirchenformen und Formkirchen zu fabriciren. (Fortsetzung folgt.) (Aus dem „Freimund.“) Der Rumor über die neuesten Oberconsistorialgeneralien in Bayern. (Schluß.) So natürlich es ist, daß meine Leser sich über die Ansprache unseres Oberconsistoriums, auch wenn sie dieselbe nicht anders als in dem von mir gegebenen Auszuge kennen gelernt, von Herzen gefreut haben; so natürlich und begreiflich ist es im Gegentheil, daß die „Beunruhigten“ nicht dadurch beruhigt wurden. Denn ihre „Beunruhigung“ hatte nicht ihren Grund in Befürchtung unrechter Ausführung oder etwaigen Mißbrauchs einer an sich guten Sache, sondern vielmehr in einem gründlichen Widerwillen gegen die Sache eben selbst. Und eben darum, weil es sich hier hauptsächlich um die Zucht handelt, die Gott geboten hat, ist der ganze Rumor eben so unnöthig als vergeblich. Unnöthig, weil solche Zucht von jedem Pfarrer, dessen Gewissen in Gottes Wort gefangen war, schon so viel möglich geübt wurde ohne und vor jenen Generalien, und weil, wer heiligen Ernst und Muth dazu nicht aus Gottes Wort und Gnade geschöpft hatte, ihn durch die Oberconsistorialgeneralien nicht bekam noch bekommen konnte. Darum hatte es leider mit der Zucht noch gar keine Gefahr, es wäre nach jetzigem Stand (Gott seis geklagt!) alles beim alten geblieben, und man hat sich ganz umsonst echauffirt. Aber