# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1857_S168 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 168 Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. das Widerstreben einer solchen Seele von Natur in ihren persönlichen Trieben gegen die Geisteswirkungen des Evangeliumes und die Macht seiner Beweg⸗ gründe. Es entzünden nämlich diese schlechterdings in dem angstvollen Her⸗ zen durch Vorhalten der Wahrheit seiner Objecte, wie sie ursprünglich geord⸗ net waren, wiederum eine Begier darnach, die leicht zum geistlichen Affecte werden kann, und sehen das Vermögen der freien Wahl kräf⸗ tiglich, obschon nicht mit determinirendem Zwange, zum Guten in Geneigtheit; die Gewalt der angebornen Trägheit, Abnei⸗ gung und gänzlichen Untüchtigkeit gegen dasselbe will auf diese Weise die Gnade brechen, und wirkt eben so auf des Menschen Triebe und den daraus hervorgehenden Entschluß, wie der in ihn ge⸗ pflanzte Schlangensame des Bösen. In diesem Augenblicke ist er nun frei, was er vorher nicht war. Wird von ihm jenes Wider⸗ streben, insonderheit durch Festhalten verführerischer, oft längst empfangener Eindrücke, auch der sogenannten (falschen) Weltweisheit, mit Vorsatz be⸗ harrlich, wie allezeit fortgesetzt und dadurch immer mehr verstärkt: so weicht der heil. Geist, weil kein anderes Opfer für diese Unglücklichen hinfort mehr vorhanden ist, Apostelgesch. 7, 51., Matth. 23, 37., Hebr. 10, 26., und wird ihr Feind und strafet sie mit der Verstockung, welche über sie verhängt wird, Jes. 63, 10., 1 Sam. 16, 14., 18, 12. Hingegen geht die Erneuerung der geistigen Natur der Persönlichkeit nach ihren erken⸗ nenden und strebenden Kräften (Eph. 4, 28.) in denen, welche zum Glauben kommen, vor sich, nicht darum, daß Gott stärker ist, als die Creatur, sondern weil Er eben in den hierzu von Ewigkeit geordneten Momenten bloß inclini⸗ rend, nicht determinirend trägt und einwirkt, (vgl. oben Anm. *) S. 77 fg.) somit also die auf die Beschaffung unsers Heils gerichtete Selbstbestimmung hervorruft und die verlorene Freiheit durch erregtes gutes dem na⸗ türlichen Bösen entgegengesetztes Wollen wiederherstellt, dem aber, welcher nun nicht freiwillig den höhern Grad des bösen Wollens zur Verwerfung des Guten angenommen hat, durch dieselben äußern Mittel und die mit denselben verbundene innere Wir⸗ kung der Thätigkeit zur Ausführung nach und nach, mitunter auch schnell, den Sieg im Kampfe der natürlichen Widersetzlichkeit oder Ab⸗ neigung darreicht und bei zunehmender Treue fort und fort erhält. So wird der dafür empfänglich gemachte Mensch für Seine Impulse immer energischer und entschiedener, ein sich von innen heraus kräftig dazu Bestimmendes, und der heilige, oft in affectvoller, heftiger, großer Liebe und Freude gefaßte Vorsatz von Tage zu Tage erneuert. — Das unmittelbare Bewußtsein ist der gemeinsame Character, mithin auch Gattungsbegriff von Erkenntniß, Willensbestimmung (und den sie begleitenden secundären Gefühlen), welche in ihm als Arme münden, in dem sich selbst der Mensch ursprünglich fühlt und hat; das Werk Gottes beginnt durch das Gewissen von ihm aus in der Seele, und es wird zur Bethätigung der ihm geschenkten neuen mächtigen