# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1857_S166 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 166 Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. Christi Geist, und was von diesem geboren und gezeuget wird, das ist Geist um des Herrn willen, Seine zur Einheit der Person aufgenommene mensch⸗ liche Natur, (als welcher damit göttliche Gestalt eignet, 1 Cor. 15, 45., vgl. Joh. 6, 63., genauer, was in der Menschheit Christi unmittelbar aus Seiner göttlichen Natur stammte, Sein Opfer als ohne allen Wandel vollendete, von dem unaussprechlich kostbaren Augenblicke Seines Todes an die Sterblichkeit sammt der Offenbarung im Fleische ablegte und die Auferstehung herbeiführte, s. Luc. 1, 35., 4, 18., Hebr. 9, 14., 1 Petr. 3, 18., Röm. 1, 4., 1 Timoth. 3, 16. ꝛc.,) Sein Wort, das Evangelium, Joh. 6, 63., Röm. 7, 6., 2 Cor. 3, 8., 1 Joh. 5, 6. 8., der neue Mensch in uns, Joh. 3, 6. Das Gesetz ist auch geistlich, — heilig, gerecht und gut; weil aber unser Geist in's Fleisch — (damit eigentlich zunächst die materielle Substanz des Leibes, folgends die äußere und gesetzliche Seite des menschlichen Daseins überhaupt, weiter die gegenwärtige irdische Entwicklungsstufe unserer Natur, woran die Vorstellung der Vergänglichkeit, des Zeitlichen, der Schwäche und Niedrigkeit, auch in Bezug auf Christi Menschheit, die sich der Fülle ihrer Herrlichkeit durch Ver⸗ leugnung des völligen Gebrauchs entäußerte, sich nun knüpfet, und endlich, da ohnedies bei uns die das Eigne suchende selbstische Neigung sich meistens durch die den Dingen der Erscheinungswelt zugewandte Lust vermittelt, der die Gemeinschaft der Liebe Gottes und das darein begriffene ewige unsicht⸗ bare Gut verachtende Sündendienst und der unter ihn verkaufte Mensch mit seinem Verstand und Willen bezeichnet wird —) gesenket ist: so wird es in Ansehung dessen, daß es uns nicht Geist und Leben in solchem Zustand dar⸗ zureichen vermag, sondern vielmehr scharf angreifend die Empfindung des Todes, in welchem wir uns befinden, erweckt und steigert, ein nicht todter, sondern, weil lebendig und kräftig, Apostelgesch. 7, 38., vgl. Hebr. 4, 12., tödtender Buchstabe genannt, welchen man dem Schall und Laut nach, ohne Kraft und Wahrheit, zu erfüllen einigermaßen sich bemüht, Röm. 7. Mosis Wirkung geht nur die Seele an, als sie vom Geist in dem Sinn sich scheidet, nach welchem nicht mit ihr derselbe gleichbedeutend genommen wird; was in dem innersten Grund des Herzens über die Natur hinaus entstehet, ist durch das Wort der Gnade geschaffen, und nur was von der Seele dieser neue Mensch oder Geist sich aneignet, wird Gott und dem ewigen Leben zugesprochen, das ihm Entgegengesetzte oder Fleisch dem Gerichte überlassen; was durch Wirkung des Evangelii in uns mitgetheilt wird, durchdringt den ganzen Men⸗ schen; auch insoweit zum geistlichen Tempel der Leib gedienet hat, soll er ein Gefäß dereinstiger Verklärung sein. Vgl. Hebr. 4, 12., 1 Thess. 5, 28., 1 Petr. 4, 6., 1 Cor. 15, 42 fgg. So lange das Kind in der Wiedergeburt und täglichen Erneuerung lebt und webt, wird alle Thätigkeit, sowohl die, seines Lebens Inhalt sich zum Object zu machen, als das Streben, in die selbstbewußte Bewegung ihn auf⸗ zunehmen, von der mächtigen Leitung des heil. Geistes gereinigt, gehoben und getragen; und die Rückwirkung alles geheiligten Wissens und Wollens