# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1857_S165 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. 165 letzte Vollendung der geheiligten Seele in der Ewigkeit ist nicht sich selbst Gott sein, sondern die höchste Stufe der Gottähnlichkeit ist die volle Genüge im Schauen von Angesicht zu Angesicht. — Allewege ist aber für den durch Abra⸗ hams Samen Gerechtgewordenen kein Gesetz ohne die zugerechnete Heiligkeit des Sündentilgers; soweit auch im Alten Bund der Inhalt mosaischer Offen⸗ barung das Menschenleben aller Zeiten angeht, sollte durch die verheißene und geglaubte Erfüllung des Messias das in Steine Gebildete mit der Be⸗ schneidung, die als zugleich des Herzens eine Vorausdarstellung des Testa⸗ mentes war, welches in fleischerne Tafeln schreibet, sich dem Juden verinner⸗ lichen. Darum steht das Werk der Erziehung zum ewigen Heil darin, daß Gott Seinen Willen als gegenständlich zu immer klarerem Bewußtsein und deutlicherer Einsicht bringt in Erlösten und Befreiten; es gibt für sie keine Predigt göttlicher Gebote ohne die Stimme des heil. Geistes im Evangelio. Alle Forderung erhält sein Licht für den Menschen erst aus diesem letztern; sonst ist bei ihm eitel Wahn der Vermessenheit in Gleißnerswerken, oder die Verzagung Kains und Judas; die Gerechtigkeit des Thuns, welche nirgends und in keinerlei Art von Natur sich findet, aber fort und fort in der Prophetie bezeugt an deren Character gleichsam Theil nimmt, erlangt ihre volle Bestä⸗ tigung durch eine des Glaubens, welche die Unmöglichkeit jener erweist und, je weiter dieselbe von uns fern, uns um so näher ist. (5 Mos. 30, 11 fgg., 6 Röm. 10, 5 fgg., 11, 32., Gal. 3, 22., Apostelgesch. 4, 12., 2 Cor. 3, 14 fgg.) Der Tröster strafet die Welt, sie zu dieser zu leiten, um die Sünde, daß sie nicht glauben an den durch Leiden und Tod in das Heilige des Himmels Eingegangnen; das Gesetz aber, insofern es für sich besteht, weiß nichts von Christo, allein durch das Evangelium. Vgl. Concordienform. S. 984. (lat. S. 714.) Chemnitz locc. th. Frankf. 1690. S. 208 fg. So geschieht auch bei Herangewachsenen die Wohlthat selbst des göttlichen Gnadenberufs und der Erleuchtung nimmer durch ein Wort, das Zorn anrichtet und die Ver⸗ dammniß predigt, gleichwie kein Sacrament sich mit demselben verbindet; wie könnte je es in die Gemeinde dessen sammeln, welcher ein Fürst des Frie⸗ dens, Leben und Seligkeit ist? S. Wandalinus hypotyposis S. 301. Durch das Amt, welches den Geist gibt, vermag ich den Glanz der Geistlichkeit des Gesetzes ohne Decke, das Zeichen der Knechtschaft, zu erblicken; diese Klarheit des Gesetzes erleuchtet; aber sie zerschmettert mich nicht, denn das Ende der⸗ selben ist die überschwengliche Doxa meines Herrn und Versöhners, durch den Glauben des Evangelii in meinem Geiste einen Abriß verzeichnend substan⸗ tiell wie in einem Spiegel, also daß ich nicht getödtet, vielmehr zur Freiheit und zum Leben erhoben werde. Wir sehen Christum in Seiner Herrlichkeit und Gnade mit aufgedecktem Angesicht; es kommt ein Gottesbild in unser Herz, nach welchem die zerfetzten und verwirrten Züge unsers Geistes wieder⸗ um sich ordnen. Der Herr ist Geist, die Kraft eines unauflöslichen wahrhaf⸗ tigen Lebens, 2 Cor. 3, 17., vgl. V. 6.; in Ihm unser Geist eben um Seiner uns zugeeigneten Gerechtigkeit willen, Röm. 8, 10.; wer Sein ist, hat auch