# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1857_S164 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 164 Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. seinem Hasse, zu bewegen. Aus der göttlichen Wirksamkeit an dem neuge⸗ bornen Säugling ist unzweideutig zu ersehen, wie das entwickelte Selbst⸗ bewußtsein keineswegs erforderlich ist zum Eingang in das Reich Jesu Christi, wie also auch die Schuld der Sünde durch einen an die Einzelnen übergehen⸗ den Zusammenhang mit der Lebensfülle ihres ursprünglichen Erzeugers in ihr Dasein sich hereinflechten kann, das, sowie es zum Vorschein kommt, für sich die Erlösung bereitet findet. Durch die Ausgießung des Geistes in dem freien offenen Brunnen jenes lebendigen Wassers wird das Gemüth, welches als seinen Palast ein gewappneter Feind bewahret, von dem Glauben und einem Stärkeren in Besitz genommen, daher die unmittelbare Gewißheit dessen kommt, was als göttliche Wahrheit das Ohr vernimmt, und der Wille kräftig geneigt, sich alsbald, sowie er sich äußert, für die Motive und Impulse zu entscheiden, welche das je nach der Reife des Kindes sich erschließende Zeug⸗ niß im Gewissen, von verdammender Schuldforderung durch den Gekreuzigten und Sein Blut befreit und befriedet worden zu sein, darbietet. Vgl. 1 Petr. 3, 21., Hebr. 10, 22., 9, 14. So beginnt denn statt des unseligen Verhältnisses der Zerrissenheit, in welches wir herein⸗ geboren werden, das Leben im Glauben des Sohnes Gottes, in Ihm selbst und in der großen Lust zu des Herrn Geboten; durch die Stärke des heil. Geistes, der dasselbe vermittelt, hat das Ich den seiner stets sich wiederum be⸗ mächtigen wollenden alten Menschen tagtäglich von sich abzuthun und den neuen, Christum, der es in Sich hineinzieht, sich selbst zu erhalten. Nicht daß dem Gläubigen als solchem gesagt sei: Du sollst gute Früchte bringen, denn dies wäre lächerlich geredet; der Gerechte thut's ungeheißen, er ist dazu ge⸗ schaffen in Christo Jesu, das neue Leben des vom Geist Gebornen trägt sein Princip in sich. Allein die Creatur, welcher mit Gnaden der Dreieinige bei⸗ wohnt, soll wissen, daß eben Wiederbringung solcher Gemeinschaft die Zurück⸗ führung zu dankbarer Gebundenheit sei, daß die geschenkte Freiheit vom Gesetz der Sünde und des Todes zu Knechten Gottes und der Gerechtigkeit mache; sie soll erkennen die Anfänge ihrer ewigen Seligkeit, Glaube und Liebe, zu⸗ gleich als den heiligen wahrhaften Willen ihres persönlichen Oberherrn, und daß die Entfaltung der Wiedergeburt von innen heraus normirt sei durch das dem Seelenauge dargestellte Vorbild der vollkommensten, reinsten Tugenden desjenigen, welcher unter das Gesetz freiwillig für uns sich begab. Kein „Soll“, das uns nicht helfen kann noch dienen zur Frömmigkeit, ja tödtlich ist, darf regieren und walten in eines Gläubigen Gewissen, welches in der Form des Gesetzlichen als fordernd nur gegenüber tritt, soweit in den Christen noch das alte Wesen ist; was vom eignen Wollen sich außerhalb des Wider⸗ spruchs gegen göttliches Gebot bereits nun gesetzt hat und in dem Getrieben⸗ werden vom heiligen Geiste aufgegangen ist, das ist in seinem Streben einig mit und im Gesetze Christi; dieses wohnt aber nicht bloß als immanente Be⸗ stimmtheit im Herzen (Hebr. 8, 10.), sondern bezeugt demselben zugleich als äußere Richtschnur im Worte die Abhängigkeit von seinem Gott. Auch die