# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1857_S163 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. 163 sind das Wort und die Sacramente. In wem und wie geschieht eine neue Geburt zum Himmelreich, so daß, wo nicht, die göttliche Anordnung zwei so von einander verschiedener Lebensgeschicke kein Unrecht irgendwie an den Menschen begeht? Wie werthgeachtet eine jede einzelne Persönlichkeit unter denselben vor Gottes Augen sei, so daß Er Seine das Verlorne suchende Liebe ohne irgend eine Auswahl, welche mit dem Anerkenntniß der unendlichen Be⸗ deutung einer menschlichen Seele in Widerspruch stände, allen zuwendet, gehört zu den tiefsten Wurzeln des Christenthums, deren Kraft das Ganze durch⸗ dringt. Vgl. Röm. 5, 18., 2 Cor. 5, 19., 1 Joh. 2, 2., 2 Petr. 3, 9., Ezech. 33, 11., Matth. 18, 14., Luc. 15, 7., 19, 10. mit Röm. 14, 15., 1 Cor. 8, 11. Gleichwie in Gott Drei doch Eins, Sein verborgener und geoffenbarter, vorhergehender und nachfolgender Wille ꝛc. der Kreis einer Unendlichkeit sind, welche als affirmative Rückkehr in sich selbst die Verneinung wiederum aufhebt und die Identität mit sich herstellt: so sind auch hier die beiden Puncte, daß Gott allein den Besitz und Bewahrung der Seligkeit wirket, und dennoch der Ungläubige als schuldig des ewigen Todes stirbt, zwei unterschiedene Momente nur einer in sich selbst übereinstimmenden Wahrheit. Das Zusammenfassen und Festhalten menschlicher Freiheit und göttlichen Schaffens und Ordnens wird von der höchsten Wichtigkeit in Bezug auf die Erlösung —, wie in der⸗ selben namentlich das Licht der Gottheit in drei Flammen sich zertheilt, die in eines als den Urgrund endlicher Mannigfaltigkeit zusammenfließen, durch die Incarnation des Sohnes unendliche Kraft und irdische Schwachheit, in den Sacramenten himmlisches Gut und natürliche Substanz vereinigt sind, die Lehre von der Kirche das Sichtbare und Zeitliche mit dem Unsichtbaren und Ewigen verbindet. Es ist das biblische Dogma in seinem Zusammenhange mit dem Geheimniß der Gottseligkeit (1 Tim. 3, 16.) eben dadurch ein My⸗ sterium, daß es an seinem Grunde eine ungelöste Doppelseitigkeit aufweist, welche rein wissenschaftliche Speculation, je tiefer sie eindringt, desto weiter nur zurückdrängen, aber niemals zum Schlusse bringen kann; durch sie kommt überall, wo entgegen gesetzte Bestimmungen einander negiren, nur ein end⸗ loser Progreß zu Stande, dessen Betrachtung über die Sphäre des eignen Denkens hinaus in das Gebiet des Glaubens treibt; weil das Eine von dem Andern gegenseitig ausgeschlossen wird und der Wandelbarkeit und kurzsich⸗ tigen Grenze des creatürlichen Verstandes unterworfen bleibt, so wird der wahre Inhalt niemals aufgefunden, sondern die Einheitlichkeit desselben ist eine Fiction des Subjects. Die Unfähigkeit, durch Abfall der Gnadenwirkung Gottes sich rettungs⸗ los zu entziehen, ist gesetzt im Menschen durch sein Gewissen, man habe sich denn gegen dasselbe verstockt so, wie der Teufel es ist. Der heil. Geist, sich denselben durch evangelische Heilsverkündigung und die heilige Taufe, deren Zeichen ins Wort gefasset und darum seiner Kraft theilhaftig geworden ist, mittheilend, ist von da aus thätig, den Mittelpunct des indivi⸗ dualen Geisteslebens, das Herz, das persönliche Ich mit seiner Liebe und mit