# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juni 1857_S162 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 162 Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. das wir Herz nennen in Bezug auf die Anziehung und Abstoßung, die wir vermöge unsrer eignen Impulse erfahren; und insofern kein Gedanke, dessen Basis nur die organische Empfindung ist, dergleichen als Beweggrund reizen kann, ohne daß im Menschen es zum Bewußtsein käme — (wenn nicht im Körper allzustarker Widerstand gegen die Nerventhätigkeit die Erscheinung desselben verhindert, da diese von organischen Bedingungen der Materie ab⸗ hängt, an welche die dazu erforderliche Bewegung der denkenden Substanz geknüpft ist —.) und in keinem Triebe sich der freie Wille bewegt ohne Idee — (und zwar mit Entfaltung des Seelenkeimes zur Wahl nach Motiven, obschon die angeborne Idee der Grundbegierden für sich nicht mit den Bedin⸗ gungen der äußern Sinne also verbunden ist, daß sie unmittelbar in's Be⸗ wußtsein fiele —.) bildet es den Uebergang vom Denken zum Wollen und umgekehrt, den Brennpunct des Lebens. Steigerungen des wirksamen Ein⸗ flusses von Begierden auf seine Zustände von einer solchen Lebhaftigkeit, daß sie nur vorübergehend sein können, sind eigentlichen Sinnes die Affecte, wäh⸗ rend die fortdauernde allzugroße Heftigkeit mancher Neigungen dieselben zu Leidenschaften macht. Die Erzeugung jener, wo das Gemüth in höherm Grade auf gewisse Gegenstände sich richtet und von andern abgezogen wird, verbunden mit dem Feuer der Meditation, so oft es in unserm Denkvermögen eine große Energie entfaltet, ist nur dann verderblich, wenn der Geist nicht in dem Stand der Möglichkeit sich befindet, seine Freiheit dem Endzwecke nach gebrauchen zu können. (Der Grad des Affects wird böse in diesem Falle; er selbst vollends gar, wenn die Begierde, an welcher er haftet, durch die Verkehrung der Grundtriebe entstanden ist, so daß sie ganz aus ihrer Art geschlagen und nichts mehr Gutes an ihr ist, als der Neid, die Schaden⸗ freude ꝛc.) Wird jedoch der Wille zu einer heiligen, reinen Brunst hinge⸗ rissen, so kommt diese Erhöhung der Lebendigkeit dem gefaßten Vorsatz äußerst zu Statten und vermehrt den Eifer und Muth, keinerlei Hindernisse zu scheuen, sondern sie kühn zu durchbrechen. Durch anerzeugte Blindheit im Geiste und heillose Herzensrichtung sind die Begierden des mit Gott in Entzweiung gerathenen Geschlechtes verirrt; eine ausnehmende Leichtigkeit, geschwind und jählings zu eiteln Affecten erregt zu werden, die theils aus verworrenen Be⸗ griffen entstehen, theils den Verstand immer weiter verfinstern, sowie eine ent⸗ setzliche Menge von Bestrebungen, welche in der Degeneration ihren Ursprung haben und uns unter das Vieh herabwürdigen, ist in unserm Inwendigen eingenistet. Von einer That Gottes muß das neue Leben ausgehn; denn das freie persönlichste Motiv alles menschlichen Handelns ist nur Verabscheuung einer höhern übergeordneten Verbindlichkeit; der Forderung des Glaubens, einer dem entsprechenden Liebe ꝛc. tritt entgegen die innerste Abneigung und Widerspenstigkeit, mit einem Worte das „Ich will nicht“, sammt dem Unver⸗ mögen, die Wahrheit zu erkennen. Gott und Seine Gnade theilt sich dem Glauben mit, Er gibt Sich durch und in demselben, denn dieser ist Sein Werk, die einigen Mittel unsers Heils