# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1857_S157 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich-Zeitgeschichtliches. 157 struiren, in Amerika erlangt hat, geht daraus hervor, daß nicht weniger als 11 wöchentliche Blätter und 3 Magazine als Organe desselben hier circuliren, letztere sämmtlich und von er⸗ steren 4 im Staate New-York, die übrigen in Ohio, Indiana, Illinois und Massachusets. Schullehrerseminar. Aus dem „Jugendfreund“ des Herrn Pastor Brobst er⸗ fahren wir, daß Herr Dr. Reynolds in Verbindung mit Herrn Dr. Keßler beabsichtigen, in Allentown, Pa., mit der dortigen Hochschule ein Schullehrerseminar zu errichten, worin Lehrer sowohl im Englischen wie im Deutschen eine entsprechende Ausbildung erhalten sollen. Die erste Sitzung soll ihren Anfang Montags den 4. Mai nehmen und bis October dauern. Heidelberger Catechismus. Folgendes lesen wir in der Chambersburger Re⸗ formirten Kirchenzeitung vom 1. April: „Die Zeit kommt schnell herbei, wo es 300 Jahre sein wird, da der Heidelberger Catechismus zuerst erschien und zum Schlußstein der deutsch⸗ reformirten Kirche geworden ist und der bestimmt ist (!), ein wichtiger Schlußstein an der ge⸗ sammten christlichen Kirche zu werden ... Hat die lutherische Kirche in 1830 gleichsam ihr 300jähriges Weihnachtsfest zur Erinnerung an die Uebergabe der Augustana als Be⸗ kenntniß der Kirche des Sohnes gefeiert; so hat die reformirte Kirche in 1863 ihr 300jähriges Pfingstfest zur Erinnerung der, 33 Jahre später darauf folgenden, Erscheinung des Heidelberger Catechismus, als Bekenntniß der Kirche des heil. Geistes, zu feiern! Wie? das sollte von ungefähr sein, daß zwischen der Erscheinung des Sohnes und heil. Geistes und der Erscheinung des lutherischen und reformirten Hauptbekenntnisses gerade derselbe Zeitraum statt fand? Wer sieht nicht vielmehr darin ein wunderbares und bedeutungsvolles Walten der göttlichen Vorsehung?“ — Gewiß ein schönes Seitenstück zu dem oben mitgetheilten reformirten Curiosum! Präsident C. Spielmann hat, wie wir mit tiefem Bedauern aus dem Stan⸗ dard ersehen, durch seinen leidenden körperlichen Zustand sich genöthigt gesehen, nach langer treuer und eifriger Arbeit sich von seinem Amte zurückzuziehen und wird derselbe zunächst seinen Wohnsitz in Lancaster, Fairfield Co, O., nehmen. Mögen recht viele christliche Herzen für die baldige Wiedergenesung des theuren Mannes den HErrn ernstlich anflehen. II. Ausland. Pregizerianer in Baden. Folgendes wird über sie dem Pilger aus Sachsen geschrieben: „Eine jener Secten, welche in Folge der Unionsmacherei sich theilweise gebildet, theilweise vermehrt haben, ist diejenige der Pregizerianer, ebenfalls aus Würtemberg kommend. Wir haben sie unter den oben angeführten nicht mit aufgezählt; sie hat manches Beachtenswerthe, gerade für die lutherische Kirche. Die Glieder dieser Secte stehen fest auf der Lehre von der Rechtfertigung aus Gnaden allein durch den Glauben und freuen und trö⸗ sten sich in heiterem Frieden der Gnade in Vergebung ihrer Sünden, durch welche sie gerecht geworden sind. Sie begrüßen sich beständig bei dem Begegnen und bei Besuchen mit dem Gruße: „Friede!“ und mit dem Gegengruße: „Friede!“ Sie haben regelmäßige Zu⸗ sammenkünfte, Conferenzen, welche von weit her besucht werden und Privaterbauungsstunden, in welchen Luthers Schriften und Conrad Riegers Predigten gelesen und Hillers Lieder ge⸗ sungen werden. Ich habe Einzelne unter ihnen kennen lernen, welche in Luthers Schriften so belesen sind, daß sie manchen Theologen beschämen würden. Ihre Schattenseite aber ist diese, daß sie fast gar kein Gewicht auf die Heiligung legen, dieselbe oft gröblich vernach⸗ lässigen, sowohl in der Lehre, als auch im Leben und Wandel. Doch hat man ihnen mit Unrecht grobe Verstöße gegen die Sittlichkeit Schuld gegeben. Ein besonderes Vertrauen bei den Pregizerianern genoß Pastor Haag in Ispringen bei Pforzheim. Er ist seit Jahren der geistliche Führer derselben, und als solcher nicht ohne gün⸗ stigen Einfluß auf dieselben gewesen. Er drang doch einiger Maßen auf kirchliche Zucht und hielt besonders auf strenge Sonntagsfeier.“ Lebensäußerungen des Rationalismus in Deutschland. So lesen wir im Pilger: „Der alte Lästerer des Gottessohnes, der vormalige Probst Krause in Bres⸗ lau, den die Hamburger sich jetzt aufgeladen haben zum Pastor — Gott erbarme sich! —