# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1857_S152 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 152 Bayern. Ostindien; auch wir ruhen bei unserer ganzen Thätigkeit nicht weniger, als die Leipziger Mission, auf dem Grunde des lutherischen Bekenntnisses. Wenn die ostindische Mission die von den Vätern vor anderthalb Jahrhunderten begonnene Arbeit fortsetzt, so hilft die amerikanische Mission der Kirche auf, die einstmals in jammernden lutherischen Salzburgern nach Amerika wanderte und bei 1000 und aber 1000 von lutherischen Einwanderern doch dem Erlöschen nahe gekommen war. Wenn man der Leipziger Mission beitreten muß, weil sie die Täuflinge der Hindus zur lutherischen Kirche führt, so muß man um so mehr der amerikanischen Mission beitreten, weil sie nicht bloß mit Löffeln die leeren Maße der lutherischen Kirche füllt, sondern überdies verhütet, daß ihre vollen Maße mit Scheffeln ausgegossen werden. Wenn man Leipzig beitreten muß, weil es erhebend ist, Sachsen und Bayern, Preußen und Hannover, Mecklenburger und Hessen, Schweden und Dänen, Russen und Polen, Franzosen und Australier zum Werke steuern zu sehen, so muß man der innern Mission von Amerika um so mehr beifallen, denn sie hat Sachsen und Bayern, Preußen und Hannoveranern, Mecklenburgern und Hessen, Würtembergern, Badensern und Rheinpfälzern, Elsässern und Franzosen, ja auch Norwegern und Schweden, und wer weiß noch was als für Leuten und Zungen und Sprachen aus ihrem Säckel gesteuert, ihnen die Predigt des Evangeliums verschafft, sie von Secten und falschen Christen, von Unglauben und Heidenthum zurückgerufen, zu Gemeinden vereinigt und zur lutherischen Kirche zurückgeführt. Es ist nicht Eigenruhm, indem wir solche Worte führen, denn nicht wir haben alle diese Arbeit gethan; wohl aber ists eine Wahrheit, die zu Gottes Preis und Ehre wohl bekannt werden darf, daß, wenn irgend eine Mission von dem HErrn in der letzten Zeit gesegnet gewesen ist, die amerikanische gesegnet war. Kaum hat auch eine so eine gewaltige Rückwirkung auf das Heimathland geübt, wie sie. Die bedeutendsten Fragen der Gegenwart, die unter uns zu großem Segen verhandelt wurden, und deren Saat und Ernte noch lange nicht zu Ende ist, die Fragen von sichtbarer und unsichtbarer Kirche, von der Gemeinde und dem Gemeindeamte und was alles damit zusammenhängt, sind echt amerikanische Lebensfragen und sind größtentheils in Folge der amerikanischen Mission angeregt, nach Deutschland verpflanzt und hüben siegreicher verfochten worden, als drüben. Die große Synode von Missouri und ihre zahlreichen Missionsgemeinden, die Synoden von Buffalo und Iowa, verschieden und abgegrenzt, wie sie sind, sind und bleiben Factoren einer lutherischen Zukunft und einer lutherischen Kirche, welche, so hoffnungsvoll die ostindische Mission sein mag, dennoch der deutschen Heimath eine ganz andere Wirkung, als die ostindische Mission verspricht. Man kann wohl sagen, daß die missourischen Gemeinden mit uns nicht zusammen gehen, und daß es der Gesellschaft für innere Mission mit ihren Sendlingen und Boten eben so gegangen sei, wie dem englischen Staate mit seinen politischen Colonien in Amerika. Aber darauf gibt es auch eine erkleckliche Erwiderung. Die englischen