# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1857_S148 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 148 Bayern. Zutritt untersagen sollte? Das wollte der nun freilich nicht, vertröstete aber die Anfrager damit, daß in Bälde eine Schrift gegen diese Secte werde erscheinen ꝛc., die nun freilich noch immer auf sich warten läßt. Als dann, da dieser Verein sein Jahresfest feierte, die Frage entstand, ob man den altlutherischen Pfarrer auch einladen solle, äußerte einer: Der Mann ist zu entschieden für uns! — Wie leicht ist doch das Wort Gottes eine harte Rede, wer mag sie hören! — Kommt aber ein Baptistenprediger nach Frankfurt, oder hält der da wohnende Methodistenmissionar in seinem Saale Reden, oder erscheinen reisende Herrnhuter, da läuft alles hin. Und wie bei solcher Bodenlosigkeit in der Lehre das Christenthum in der That beschaffen sein mag, liegt nicht ferne für den, der weiß und glaubt, was geschrieben stehet: „Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teig.“ Hört man aus der lutherischen Kirche fast aller Lande, wie schon seit Jahren, hier älter, dort jünger, ein neues Leben entstanden ist und ein Aufmachen zur Rückkehr, so ist es traurig, hier davon noch nichts sagen zu können und zu sehen, wie diese Stadt der theuren Mutterkirche schnöde den Rücken kehrt; der Schaden ist groß, doch größer ist Gottes Barmherzigkeit. Ach! daß man die suchen wollte, und also auch von hier könnte berichtet werden, wie der Frühling da sei und die zarten Blümlein herfür gehn. Dafür hilf, Leser, bitten im Glauben an den, der die Todten lebendig macht und die Schlafenden wach, sie zu erleuchten. Bayern. Auf der Gesellschaftsconferenz zu Gunzenhausen den 16. Sept. 1856 hielt Herr Pastor Löhe eine Rede, welche in dem von Bauer und Stirner herausgegebenen „Correspondenzblatt der Gesellschaft für innere Mission nach dem Sinne der lutherischen Kirche“ im October- und Novemberheft v. J. abgedruckt ist. Der Gegenstand dieser Rede ist: „Das Verhältniß der Gesellschaft für innere Mission ꝛc. zum Centralmissionsverein in Bayern.“ Aus dieser Rede theilen wir unseren Lesern folgende merkwürdige Passus mit, die nach unserer Ueberzeugung viel Beherzigenswerthes enthalten: „Aber das konnte man eben doch nicht leugnen, daß gerade die reformirten Kirchen hie und da dem eindringenden Verderben kräftig widerstanden, und daß von ihnen mancher Same des neuen Lebens zur Fortpflanzung in die neuesten Zeiten herein aufgehoben wurde. Wenn es aber so war, so muß man doch auch die Frage zu lösen suchen, wodurch es möglich wurde. Auf diese Frage aber ist es vielleicht eine unabweisbare Antwort, daß die Verfassung der reformirten Gemeinden, wenn auch rücksichtlich des oberhirtlichen Amtes ganz verschieden von der der Urzeit, doch in Anbetracht der Gemeindeführung in mancher Beziehung richtiger war, als bei uns und deshalb zur Bewahrung segensreicher mitwirkte. Ein Mensch, der nothgedrungen andern die Verwaltung seines