# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S105 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 14. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1914. 105 mit den ihnen von Gott verliehenen Gaben mit großer Treue und Ge⸗ wiſſenhaftigkeit an den armen Heiden arbeiten. Wohltuend war es ihm, zu beobachten, wie die Miſſionarsfamilien in herzlicher Freundlichkeit miteinander verkehren. Es war ihm vergönnt, mehreren Diſtriktskon⸗ ferenzen und zwei allgemeinen Konferenzen beizuwohnen. Bei aller Verſchiedenheit der Anſichten über äußere geſchäftliche Angelegenheiten zeigte ſich doch immer eine völlige Einigkeit im Glauben und in der Lehre ſowie in der Liebe und im Eifer für das heilige Miſſionswerk. Es war dem Viſitator auch vergönnt, zu ſehen, wie der Sauerteig des Wortes Gottes unter dem armen Heidenvolke gärt und wirkt, wie ſchon eine ganze Anzahl Garben durch unſere Schnitter in die Scheune der Kirche JEſu Chriſti eingeheimſt worden ſind; durfte er doch Zeuge ſein, wie einmal 22, ein andermal 6 Heiden getauft wurden. — Sonderliche Freude machten ihm unſere vielen Miſſionsſchulen, in denen der leben⸗ dige Same des Wortes in viele jugendliche Herzen geſät wird. Mit tiefem Schmerz erfüllte ihn aber der Umſtand, daß es uns auf unſerm Arbeitsfelde noch ſo ſehr an Arbeitern, ſonderlich an chriſtlichen ein⸗ gebornen Lehrern, Katecheten und Evangeliſten, fehlt. Das iſt ein Mangel, an dem unſere Miſſion ſchwer leidet, und es wird unſere Auf⸗ gabe ſein, demſelben baldmöglichſt durch Ausbildung eingeborner Lehr⸗ kräfte abzuhelfen. Der Anfang dazu iſt, wie ſchon geſagt, gemacht, und es ſteht zu hoffen, daß in nicht allzu langer Zeit aus dem Inſtitut in Nagercoil und der Lower Secondary School in Ambur ſo viel Arbei⸗ ter hervorgehen werden, daß wenigſtens der größten Not abgeholfen wird. — Mit großem Bedauern hat der Viſitator geſehen, daß bei manchen unſerer lieben Miſſionare die Wohnungsverhältniſſe durchaus ungenügend ſind. Die Wohnungen der Eingebornen, in denen etliche Miſſionare wohnen mußten, ſind für Europäer durchaus unbrauchbar, und ihre Geſundheit muß unter ſolchen ungeſunden Wohnungsverhält⸗ niſſen ſchwer leiden, wie unſere Miſſion in letzter Zeit zu ihrem Leid⸗ weſen erfahren hat. Es muß alſo unſere Aufgabe ſein, für alle unſere Miſſionare ſo ſchnell als möglich paſſende Wohnungen zu beſchaffen. Das wird aber ganz bedeutende Geldmittel erfordern. Auch das Bergheim beſuchte der Viſitator. Es iſt ein wunderſchön gelegenes, für unſere Zwecke durchaus geeignetes Eigentum. Die Miſ⸗ ſionarsfamilien ſind den lieben Frauen, Jungfrauen und Kindern unſe⸗ rer Synode herzlich dankbar für dies köſtliche Geſchenk. Schon mehrere Miſſionarsfamilien haben im letzten Jahre den Segen desſelben ge⸗ nießen dürfen. Wollte Gott uns doch recht bald einen tüchtigen Ver⸗ walter und Lehrer für das Bergheim ſchenken! Der Viſitator beſuchte auch noch folgende Miſſionen: die London Mission in Nagercoil, die ſchwediſche Miſſion in Madura, die Leipziger Miſſion in Trichinopoly, die Miſſion der Generalſynode in Guntur und die Miſſion des General Council in Rajahmundry. In Madras be⸗ ſuchte er die gerade dort tagende Leipziger Miſſionarsſynode und wurde bekannt mit dem Direktor der Leipziger Miſſion, Herrn D. Paul. Auf