# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S104 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 104 Verhandlungen der 29. Allgemeinen oder Leider iſt es uns bisher trotz aller Bemühung noch nicht gelungen, einen Verwalter und Lehrer für das Bergheim zu gewinnen. Bald nach der letzten Delegatenſynode erging an Ihre Kommiſſion wiederholt die Aufforderung, noch eine zweite Heidenmiſſion, und zwar in dem großen Heidenlande China, ins Leben zu rufen. Nach ſorg⸗ fältiger, wiederholter Beratung hat ſie die Aufforderung abgelehnt, hauptſächlich aus zwei Gründen. Sie hielt einmal dafür, daß wir alle Kraft auf unſer Miſſionsfeld in Indien, das ohnehin ſchon auf zwei, mehrere hundert Meilen voneinander getrennten Gebieten beſteht, kon⸗ zentrieren und alle Männer und Mittel, die uns Gott für die Heiden⸗ miſſion gibt, dort verwenden ſollten. Vor allem aber war Ihre Kom⸗ miſſion der überzeugung, daß die Gründung einer neuen Heidenmiſſion in einem ganz andern Heidenlande eine Sache von ſo weittragender Bedeutung ſei, daß ſie nicht berechtigt wäre, einen ſolchen Schritt zu tun, ohne die Sache vorher der Allgemeinen Synode unterbreitet zu haben. Inzwiſchen iſt die neue Heidenmiſſion, wie bekannt, von einer Privatgeſellſchaft unternommen worden, und es ſteht bei der Ehrw. Synode, die Handlungsweiſe Ihrer Kommiſſion zu beurteilen und die nötigen Schritte einzuleiten, wenn ſie doch dieſe Miſſion zur Synodal⸗ ſache machen will, falls die Sache an ſie kommt. Seit der letzten Synode ſind folgende Veränderungen in der Kom⸗ miſſion vorgekommen: Herr Prof. F. Zucker, der unſerer Miſſion ſeit ihrer Gründung mit großer Liebe, Umſicht und Treue als Miſſions⸗ direktor gedient hat, ſah ſich um ſeines Alters willen genötigt, das Direktorat niederzulegen. Seine Gründe waren ſo ſchwerwiegend, daß die Kommiſſion, wenn auch mit ſchwerem Herzen, die Reſignation an⸗ nehmen mußte. Sie möchte ihm hiermit nochmals öffentlich herzlich danken für die treuen Dienſte, die er der Miſſion in dieſen vielen Jahren erwieſen hat. An Stelle Herrn Prof. Zuckers wurde P. Jul. A. Friedrich als Direktor erwählt. — Da der bisherige Sekretär der Kommiſſion, Herr Prof. L. Fürbringer, ſo ſehr mit Arbeit überladen war, daß er dies Amt nicht mehr verwalten konnte, ſo wählte die Kom⸗ miſſion Herrn P. G. Chr. Barth als Glied der Kommiſſion und über⸗ trug ihm das Amt des Sekretärs. — Herr P. C. M. Zorn, der ſeit Gründung der Miſſion als treues Glied der Kommiſſion gedient hatte, trat 1913 aus der Kommiſſion aus, da ſein vorgerücktes Alter ihm das Reiſen und Schreiben ſehr erſchwere. Die Kommiſſion hofft aber, daß Herr P. Zorn ihr auch noch fernerhin mit ſeinem Rate freundlichſt dienen wird. Auch Herrn P. Zorn ſei hiermit der herzliche Dank der Kommiſſion für ſeine wertvollen Dienſte ausgeſprochen. Die von der letzten Delegatenſynode beſchloſſene Viſitation unſerer Miſſion in Indien wurde 1912/13 vom Miſſionsdirektor ausgeführt. Er beſuchte das Südgebiet, das Bergheim und das Nordgebiet. Alle unſere Stationen und Arbeitspoſten hat er geſehen außer vier Schulen Miſſionar Mohns, die um der gerade herrſchenden Cholera willen ge⸗ ſchloſſen waren. Er hat ſich davon überzeugt, daß alle unſere Miſſionare