# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S102 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 102 Verhandlungen der 29. Allgemeinen oder liga nicht mehr einſchüchtern noch abhalten laſſen. Der Beſuch der Gottesdienſte hat ſich bedeutend gehoben, ſo daß ſchon etliche wieder ſich mit Stehplätzen begnügen mußten. Am 21. November vorigen Jahres hielt der Ehrw. Allgemeine Präſes Pfotenhauer eine Viſitation der Judenmiſſion ab und regte dabei den Gedanken an, ob man nicht hier in New York wegen der ſyſtematiſchen Nachſtellung der Juden die Miſſion eine Zeitlang aufgeben und anderswo, etwa in Chicago, be⸗ ginnen ſollte. Die Kommiſſion meinte aber, wir ſollten nicht weichen. Und als nun der Ehrw. Allgemeine Präſes hernach dem Miſſionsgottes⸗ dienſt beiwohnte und die aufmerkſamen Zuhörer ſah, ſtimmte er völlig mit der Kommiſſion überein. Weil die Antimiſſionsliga ſieht, daß ſie unſere Miſſion auf die bisherige Weiſe nicht unterdrücken kann, ge⸗ braucht ſie jetzt Maſſenverteilung einer jüdiſchen Schrift, betitelt: „Jeſus, der Zimmermann aus Nazareth“, worin zu beweiſen verſucht wird, daß JEſus weder Gottes Sohn noch der Meſſias noch ein König noch ein Prophet noch der HErr, ſondern ein gewöhnlicher Arbeiter, nämlich ein Tiſchler, geweſen ſei. Der Schreiber behauptet, daß die Miſſionare, welche die ganze jüdiſche Gegend verpeſteten, die Bibel falſch überſetzten, ja, daß ſie von vornherein die überſetzung der Bibel der chriſtlichen Religion angepaßt hätten. Die Wirkung dieſer Schrift iſt nun vielfach eine ganz andere, als der Schreiber erwartete. Unſer Miſſionar wurde mit Bitten um das jüdiſche Neue Teſtament überhäuft; viele wollen ſogar dafür bezahlen, weil ſie die Stellen, die jene Schrift anführt, ſelbſt nachleſen möchten. Die Läſterſchrift hat eine ganz un⸗ gewöhnliche Bewegung unter den Juden veranlaßt, das Neue Teſtament zu begehren. Unſer Miſſionar hat nun auch D. Luthers Kleinen Kate⸗ chismus in die yiddiſche Sprache überſetzt. Derſelbe ſoll, wo möglich, mit dem Anhang einiger Kirchenlieder in hebräiſchen Buchſtaben zur Förderung unſerer Miſſion gedruckt werden. Auf die Anzeige darüber im „Lutheraner“ ſind ſchon Beſtellungen von auswärts behufs Ein⸗ führung des Katechismus auch in andern Judenmiſſionen eingelaufen. Das Komitee empfahl der Synode: 1. alle Delegaten zu ermuntern, auch ferner der Judenmiſſion mit Gebet und Opfer zu gedenken; 2. den Text unſers Kleinen Katechismus, den unſer Miſſionar in die yiddiſche Sprache überſetzt hat, von der zuſtändigen Behörde rezen⸗ ſieren zu laſſen; 3. die Kommiſſion für Judenmiſſion zu beauftragen, die Mehr⸗ ausgabe, welche der Druck des überſetzten Kleinen Katechismus in die yiddiſche Sprache in hebräiſchen Buchſtaben verurſacht hat, aus der Kaſſe für Judenmiſſion zu beſtreiten; 4. der Kommiſſion für Judenmiſſion einen Dank zu votieren für den treuen Beiſtand, den ſie unſerm Miſſionar in ſeiner Verfolgung geleiſtet hat. Der Komiteebericht wurde angenommen.