# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1857_S142 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 142 Der Rumor über die neuesten Oberconsistorialgeneralien in Bayern. sie hat das Amt des Arztes, des Dieners, sie hat den Beruf der Mutter. So kommt auch die Kirche in ihren Dienern, nicht sich dienen zu lassen, sondern zu dienen in mütterlichem Ernst und mütterlicher Liebe. Und das Gesetz dieser Liebe trägt die Kirche in dem gemeinsamen Bekenntniß ihres Glaubens. Wo dies nicht aufrecht erhalten wird, werden in selbstischer Willkür entweder die Diener der Kirche zu Herren der Gemeinden, oder die Gemeinden und ihre Glieder zu Herren der Diener des Worts. Es regiert dann Willkür von oben und Willkür von unten, und das Band der Gemeinschaft, die gemeinsame Beugung unter das Gesetz des einheitlichen Willens ist zerrissen. Dem zu steuern muß Regiment, Amt und Gemeinde in gegenseitiger Handreichung eines jeden Gliedes entschlossen sein. Und wer in solchem Bestreben voranzugehen den Beruf hat, der muß es Pflicht und Gewissens halber entschlossen thun. Wenn die Träger des Amts und Regiments der Kirche nicht zuerst sich selbst unter das Gesetz des gemeinsamen Bekenntnisses beugen, so mögen sie aufhören, andere der Uebertretung zu beschuldigen. Wir wollen nichts, als vor allem mit unserer Person im Gehorsam des gemeinsamen kirchlichen Bekenntnisses vorangehen, weil in solchem Gehorsam allein unser Recht und unsere Befugniß liegt. Daß aber solches in aller Ruhe, Milde und Besonnenheit geschehe, dazu befähigt der evangelische Geist unseres kirchlichen Bekenntnisses. Und zur Ermahnung, in ihn sich zu vertiefen, treibt uns Beruf und Pflicht und die Warnung des Apostels vor fleischlichem Eifer und Unverstand. Mit welchen Mitteln aber innerhalb der Kirche der Besitz der seligmachenden Wahrheit zu sichern, das Leben, das aus der göttlichen Wahrheit kommt, zu wecken, zu fördern und zu erhalten, und der Bezeugung dieses Lebens in entsprechenden gemeinsamen Ordnungen und Bräuchen Raum und Gestalt zu geben sei, dafür ist in unserer Kirche das Regiment abermals nicht auf eignes Belieben und neue Erfindungen gewiesen. Wir haben vielmehr, was wir bedürsen, als ein Erbgut von den Vätern her und haben da, wo es verkommen, vergessen oder verunstaltet ist, nichts zu thun, als mit Berücksichtigung des Bedürfnisses der Gegenwart uns in erneuten Besitz des uns zuständigen Gutes zu setzen. Welches aber hiebei nach dem Bekenntniß der Kirche die leitenden Gesichtspuncte seien, das ist hier auf das Bestimmteste auszusprechen, damit hierüber keinerlei Zweifel bestehe, und jeder einzelne Träger des kirchlichen Amtes sowohl sich selbst darnach halte, als die Gemeinden verständige und belehre. So wird denn nun in der Ansprache als oberster Grundsatz unserer Kirche aufgestellt, „daß als göttlich verordnetes Mittel des Heiles, als göttlicher Quell des Lebens, das aus Gott kommt, nichts zu nennen und festzuhalten sei, als das Wort der seligmachenden Wahrheit,“ in der Predigt dargereicht, durch die Sacramente in seiner ganzen Fülle mitgetheilt und versiegelt. Darum müßten auch alle Mittel, Ordnungen und Bräuche dahin abzielen, daß alles Volk beim rechten Brauch des reinen Worts und der reinen Sacramente bleibe. „Denn ist der Brunnquell verschüttet, so hilft es nichts,