# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S92 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 92 Verhandlungen der 29. Allgemeinen oder Geld zu ſein. Und Gott hat die Chriſtenherzen immer wieder willig gemacht und die Chriſtenhände gefüllt, ſo daß die Schulden bezahlt wur⸗ den. Er tue das auch in Zukunft — ja, er wird es tun. Schlimmer aber als der Mangel an Geld war der Mangel an Ar⸗ beitern. Bei jeder Kandidatenverteilung konnte dem Braſilianiſchen Diſtrikt nur ein Bruchteil der begehrten Kandidaten zugewieſen werden; auch konnte ſich der eine und der andere Kandidat zur Annahme des ihm zugeſtellten Berufes nach Südamerika nicht entſchließen. Wiederholt war die Not an Arbeitern ſo groß geworden, daß wir uns genötigt ſahen, mitten im Schuljahre Kandidaten aus ihren Vorbereitungen auf das heilige Amt herauszunehmen und nach Braſilien zu ſenden, wozu die Herren Präſides und die Lehrerkollegien bereitwilligſt ihre Zuſtimmung gegeben haben. So ſind jetzt wieder vier junge Männer auf der Reiſe dahin. Aber eine noch ſchmerzlichere Trübſal hat den Braſilianiſchen Diſtrikt in dieſem Triennium betroffen, nämlich der tatſächliche Verluſt von acht Paſtoren. Den eifrigen und tüchtigen P. Enge hat der liebe Gott durch einen ſeligen Tod aus ſeinem großen Arbeitsfeld in die Ruhe des Volkes Gottes verſetzt. Selbſt Präſes Vogel ſah ſich des leidenden Zuſtandes ſeiner Frau wegen genötigt, Braſilien zu verlaſſen. Zwei Paſtoren haben ſich durch alles Bitten und Vorhalten der großen Not nicht abhalten laſſen, ihr Amt niederzulegen und nach den Vereinig⸗ ten Staaten zurückzukehren. Beide ſind vorläufig nicht berufbar. Trotz alledem iſt das Miſſionswerk vorwärtsgegangen, ja von Gott geſegnet wie wohl keine andere Miſſion unſerer Synode. Wir er⸗ lauben uns, einzelne Felder vorzuführen. Porto Alegre mit ſeinen Vorſtädten war vor einigen Jahren noch ohne eine evangeliſch⸗lutheriſche Gemeinde. P. Mahler zog dort⸗ hin. Klein und arm war der Anfang. Und heute? Im Juni vorigen Jahres zählte die Gemeinde 73 ſtimmberechtigte Glieder und gegen 354 Seelen. Sie hat eine Gemeindeſchule, an der jetzt drei Lehrer tätig ſind und die wohl 200 Schüler zählt. „Ein reger Beſuch der Gottesdienſte iſt zu verzeichnen; es werden regelmäßige Gemeindeverſammlungen abgehalten. Man hat auch angefangen mit portugieſiſcher Predigt; alle vier Wochen predigt Prof. Froſch in dieſer Landesſprache.“ Dort befindet ſich ja auch unſere Anſtalt ſowie auch die Agentur unſers Ver⸗ lagshauſes, durch welche gute Bücher in alle Teile Braſiliens verſandt werden. Auch eine Emigrantenmiſſion wird hier getrieben. Dort wird Chriſtus „allerlei Weiſe verkündigt“. Welcher Chriſt ſollte ſich nicht darüber freuen? In Sao Leopoldo, einer Stadt von 7000 Einwohnern, wird von Präſes A. Heine Chriſtus verkündigt. Seit 1903 arbeiten dort unſere Paſtoren. Die Gemeinde zählt 60 ſtimmberechtigte Glieder und 220 Seelen. Beſonders in der Schularbeit beſteht große Oppoſition; doch zählte unſere Schule 28 Kinder. Die Gemeinde beſitzt ein ſchul⸗ denfreies Kircheneigentum. Von dort aus wird eine Nebengemeinde