# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S69 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 14. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1914. 69 Lehrer, deren Geiſt und Körper wohl nach einer Woche voll Arbeit matt ſind, die aber nicht nur Montags friſch und laut wieder unterrichten, ſondern vorher wohl noch am Sonntag im Vorſingen ihren Mann geſtellt haben. Die üblen Folgen ſtellen ſich in der Regel jedoch endlich ein. Und im allgemeinen: der Hals iſt der empfindlichſte und ſchwächſte Teil des menſchlichen Körpers. Ferner: ein großer Teil unſerer Prediger und Lehrer erfährt das früher oder ſpäter, meiſt früher. Dann kommt die Klage: „Ich bin halsleidend, volle Arbeit iſt mir unmöglich“; von manchem armen Bruder: „Ich kann nicht mehr!“ Kann unſere Synode nun etwas tun, um dieſem Schaden abzuhelfen? Wenn ja, ſo iſt das offenbar ihre Pflicht. Ebenſowohl wie es ihre Auf⸗ gabe iſt, Arbeiter für Gottes Weinberg auszubilden, ſollte ſie doch auch dafür ſorgen, ſoweit ſie das vermag, daß dieſe Arbeiter auch im Dienſte bleiben mögen, daß ſie beizeiten angewieſen werden, wie man ſeine Stimmorgane ſchont und dienſtfähig erhält. Die Urſache der häufig bei Predigern und Lehrern ſich findenden Hals⸗ beſchwerden iſt nicht in allen Fällen, aber doch ſehr häufig nicht ſowohl der Gebrauch als der unrechte Gebrauch der Stimmittel, die Gott dem Menſchen gegeben hat. Freilich, trotz aller Anweiſung und übung werden manche Prediger und Lehrer durch einen ſogenannten ſchwachen Hals Hemmung finden wie andere Redner auch. Aber auch da läßt ſich etwas vorbeugen und helfen, und im allgemeinen wird ſich das übel des clergyman's sore throat dämmen oder auch ganz verhindern laſſen. Die Erfahrung beweiſt das zur Genüge. Man denke an Schauſpieler, an öffentliche Redner, die häufig mit voller Anſtrengung reden müſſen und doch keinen Schaden nehmen. Man denke an öffentliche Sänger und Sängerinnen; wie bald lernen ſie, ohne abzuſetzen, aus voller Bruſt lange Perioden zu ſingen, und ſie verlieren nicht Kraft noch Stimme. Kürzlich fand ein junger Paſtor nach Beichte, Predigt und Abendmahls⸗ feier beim Heimgehen ſeinen Mund voll Blut. Ein guter Arzt wandte eine wirkſame Heilmethode an, gab aber den Rat: „Nehmen Sie drei bis vier Monate Unterricht in vocal culture, ſo wird das übel ſchwinden. Sie ſchaden ſich ſelbſt durch üblen Gebrauch ihrer Stimmorgane.“ Wer etwa ſeiner Tochter hat Geſangunterricht erteilen laſſen, damit ſie im Singchor der Gemeinde helfe, die ſchönen Gottesdienſte des HErrn noch mehr zu heben, war er nicht erſtaunt, wie ganz anders bald das klang, wie Bruſt und Hals und voller Atem und Stimmbänder in natürlicher Weiſe beim Geſang einander dienten und zur Geltung kamen, wie langſam Ermüdung zu ſpüren war? Dazu: nicht wenige Paſtoren unſerer Synode werden zu erzählen wiſſen, wie ſchon guter Rat und, noch mehr, kurze Anweiſung ihnen beim Reden treffliche Dienſte geleiſtet haben. Bekannt iſt es ohne Zweifel manchen unter uns, daß z. B. manche Senatoren und Repräſentanten, wenn ſie