# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S68 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 68 Verhandlungen der 29. Allgemeinen oder 1. daß die Ehrw. Synode ihre Freude darüber ausdrücke, daß an mehreren Orten lutheriſche Akademien oder High Schools gegründet worden ſind, und daß ſie unſere Chriſten ermuntere, dieſe fleißig zu gebrauchen und kräftig zu fördern (Empfehlung zum Beſchluß erhoben); 2. zu beſchließen, daß dem Kurſus unſerer Gymnaſien allmählich ein Jahr hinzugefügt, alſo eine Unter⸗ und Oberprima eingerichtet werde, und daß ſo bald als möglich bei einem Gymnaſium damit der Anfang gemacht werde. (Da dieſer Teil des Komiteeberichts erſt in letzter Sitzung an die Reihe kam, es alſo an Zeit fehlte, die Empfehlung näher zu erwägen, ſo wurde der Antrag auf den Tiſch gelegt.) Unterricht im Gebrauch der Stimmorgane. Eingabe. Als die Paſtoralkonferenz des mittleren Nord⸗Illinois im Sommer 1913 zur Beratung über Sachen des Reiches Gottes tagte, ging den Brüdern die alte Klage tief zu Herzen, daß ſo viele Arbeiter im Predigt⸗ und Schulamt durch Halsleiden in ihrem Wirken behindert werden. Wer mag's leugnen, daß bei nicht wenigen ſchon bald nach ihrem Amtsantritt ſich Halsſchmerzen einſtellen; die Arbeit wird beſchwerlich, mindeſtens volles Wirken unmöglich. Einige ſolcher Leidenden bringen es fertig, zur Not ihr Amt zu verwalten; aber wie ſchwierig wird die Arbeit, wie drücken Sorgen das Herz, wie oft flieht der Schlaf die Augen! Vom geringen Gehalt beanſpruchen Arzt und Arzneien einen nicht geringen Teil. Dann gibt's wohl unfreiwillige Ferien, und kaum iſt das Geſchirr wieder angelegt, ſo iſt in der Regel die alte wunde Stelle wieder ent⸗ zündet. Die Stimme verliert zumeiſt ihren vollen Klang, wird widrig, ſpricht nicht mehr an. Nicht wenige ſind endlich oder bald gezwungen, den Chorrock an den Nagel zu hängen, das Schulmeiſterzepter nieder⸗ zulegen und in einem weltlichen Berufe Unter⸗ und Auskommen zu ſuchen. Die Regel iſt dann, daß ein ſolcher ſpäter, wenn er meint, Heilung gefunden zu haben, Schwierigkeit findet, wieder einen Beruf ins Amt zu erlangen, weil die Gemeinden Unkoſten oder, im beſſeren Falle, doch unzulängliche Amtsverrichtung befürchten. Es iſt wahr, es gibt auch unter uns Profeſſoren, Prediger und Lehrer, deren Hals nicht der ſchwächſte Teil ihres Körpers zu ſein ſcheint. Ob ein ſolcher Prediger an einem Sonntag einmal oder zweimal mit laut⸗ ſchallender oder mit belegter Stimme das Wort verkündigt, ſonſt noch Amtshandlungen vollzieht, auch während der Wochentage ſich nicht ſchont, wohl gar noch in der Schule ſteht, ſpürt er doch keine oder doch nur ganz geringe Halsbeſchwerden. Aber rara avis! Es gibt Lehrer, deren Stimme im Unterricht, wenn man am Schullokal vorbeigeht, draußen wohl zu hören iſt, auch nicht weiter geſchont wird,