# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S39 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 14. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1914. 39 weg ſchien der zu ſein, ſolche Schüler zunächſt probeweiſe aufzunehmen und ſie in den einzelnen Klaſſen dem Unterricht beiwohnen zu laſſen, bis ſie mit Beihilfe der betreffenden Lehrer und durch beſonderen häuslichen Fleiß ihren Mangel ergänzt hätten, ſo daß ſie dann mit ihrer Klaſſe Schritt halten könnten. Daß einige wenige beſonders begabte und fleißige Schüler auf dieſe Weiſe das geſteckte Ziel erreichen kön⸗ nen und erreicht haben, läßt ſich nicht leugnen. Es ſind das aber Ausnahmen, und Ausnahmen darf man nie zur Regel machen. Die Erfahrung lehrt ja, daß weder die betreffenden Profeſſoren die zu ſol⸗ cher beſtändigen und regelmäßigen Nachhilfe nötige Zeit noch auch die Schüler die zu ſolch außerordentlichem Studium unerläßliche Begabung und Ausdauer haben, um das Ziel erreichen zu können. — Eine zweite Möglichkeit wäre die geweſen, ſolchen Schülern die Aufnahme in unſere Anſtalt einfach zu verweigern, weil wir nicht recht für ihre Ausbildung ſorgen könnten. Auf dieſe Weiſe aber würden wir Kinder unſerer Synode nötigen, Anſtalten anderer Synoden oder gar religionsloſe Colleges zu beſuchen, und manche vielverſprechende junge Kraft würde unſerer Synode und Kirche verloren gehen. Somit blieb uns denn nichts anderes übrig, als für dieſe Schüler durch Anſtellung eines be⸗ ſonderen Lehrers und Errichtung eines beſonderen Unterrichts Sorge zu tragen. Da die Aufſichtsbehörde von der Allgemeinen Synode er⸗ mächtigt iſt, in beſonderen Fällen mit Genehmigung des Allgemeinen Präſes einen Aushelfer anzuſtellen, ſo wurde eine Verſammlung an⸗ beraumt, an welcher der Ehrw. Allgemeine Präſes, die Wahlbehörde und das Lehrerkollegium mit der Aufſichtsbehörde teilnahmen. Nachdem die Angelegenheit reiflich erwogen war, wurde der einſtimmige Beſchluß gefaßt, zu dem genannten Zwecke einen Aushelfer anzuſtellen in der Erwartung, daß die nächſte Delegatenſynode im Mai 1914 dieſen Schritt gutheißen werde. Auch die Wahl des neuen Lehrers war eine einſtimmige. Sämtliche Stimmen wurden abgegeben für Herrn P. J. G. Sohn von Port Colborne, Can., der dieſen Beruf auch angenom⸗ men und anfangs November 1911 ſein neues Amt angetreten hat. Mit ſeinem Eintritt iſt nun nicht etwa ein engliſches Departe⸗ ment in unſerer Anſtalt eingerichtet worden. Seine Schüler werden keineswegs nur mittels der engliſchen Sprache in den alten Sprachen unterrichtet, ſondern das Unterrichtsmittel iſt neben der engliſchen zu⸗ gleich auch die deutſche Sprache, damit die Schüler baldmöglichſt be⸗ fähigt werden, an dem mittels der deutſchen Sprache erteilten regel⸗ mäßigen Unterricht teilzunehmen; denn unſer Ziel iſt und muß bleiben, junge Leute auszubilden, die neben der engliſchen auch die deutſche Sprache beherrſchen, Luthers und Walthers Schriften leſen und verſtehen können und ſpäter „Gottes Wort und Luthers Lehr’“ in beiden Sprachen zu verkündigen imſtande ſind. Die Zahl der im Deutſchen ganz ungenügend vorbereiteten Schüler wird aber von Jahr zu Jahr immer größer, ſo daß die Arbeit von einem Aushelfer unmöglich bewältigt werden kann. Wir ſehen uns