# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S38 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 38 Verhandlungen der 29. Allgemeinen oder Herr Profeſſor Crull, der vierzig Jahre lang mit aller Treue und großem Geſchick den ganzen deutſchen Unterricht in unſerer Anſtalt ge⸗ geben und in großem Segen gearbeitet hat, an einem Nervenleiden ſchwer erkrankt iſt und den gewiß allen ſeinen jetzigen wie auch früheren Schülern unvergeßlichen Unterricht hat einſtellen müſſen. Er iſt unter der Arbeitslaſt zuſammengebrochen. Schon zu Oſtern des verfloſſenen Jahres klagte er über zunehmende Nervoſität und zu Beginn dieſes Schuljahres war er nicht imſtande, ſeine ihm ſo lieb gewordene Arbeit wieder aufzunehmen. Infolgedeſſen trat mancherlei Verſchiebung der Unterrichtsfächer ein, und die Aufſichtsbehörde ſtellte die Paſtoren Wm. Moll und Paul Stöppelwerth zu Aushelfern an, damit die Profeſſoren nicht mit Arbeit überhäuft würden. 7. Während wir über den gedeihlichen Zuſtand unſerer Anſtalt mit Freuden Bericht erſtatten und unſere Synode auffordern können zu Lob und Dank gegen Gott, der nun ſeit 75 Jahren mit ſeiner Gnade und mit reichem Segen über unſere Anſtalt gewaltet hat, ſo können wir gerade deshalb nicht umhin, ja halten es für unſere Pflicht, nach ein⸗ gehender Beratung mit dem Ehrw. Allgemeinen Präſes, der Wahlbehörde und dem Lehrerkollegium, einer Ehrw. Synode folgende wichtige An⸗ gelegenheit zur ernſtlichen Erwägung vorzulegen. — Vornehmlich in den letzten Jahren haben ſich zur Aufnahme in die Sexta nicht wenige ſolcher Schüler gemeldet, deren Kenntnis der deutſchen Sprache ſo überaus mangelhaft war, daß ſie dem mittels der deutſchen Sprache erteilten Unterricht im Lateiniſchen und Deutſchen nicht mit Nutzen beiwohnen konnten. Waren ſie begabt und fleißig, ſo befähigte ſie der ihnen in Septima erteilte Unterricht im Deutſchen (zehn Stunden wöchentlich), das Verſäumte nachzuholen und noch im erſten Jahre die Sexta zu abſolvieren. Waren ihre Vorkenntniſſe aber auch in andern Fächern, z. B. im Engliſchen und im Rechnen, ungenügend, ſo brachten ſie meiſtens ein volles Jahr in Septima zu und konnten dann am Schluß des Schul⸗ jahres in der Regel gut nach Sexta verſetzt werden. So hat ſich die von der Allgemeinen Synode getroffene Einrichtung der Septima bei uns vortrefflich bewährt. Allein nicht nur zur Aufnahme in unſere Sexta meldeten ſich ſolche im Deutſchen ganz ungenügende Schüler, ſondern auch zum Eintreten in höhere Klaſſen unſers Gymnaſiums. Einige kamen aus der An⸗ ſtalt in Conover, N. C., deren drei obere Klaſſen bekanntlich einge⸗ gangen waren; andere kamen aus Gemeinden unſers Engliſchen Diſtrikts. Dieſe hatten wohl eine „Hochſchule“ beſucht, aber keinen ordentlichen Unterricht im Deutſchen erhalten und waren infolgedeſſen nicht imſtande, an dem mittels der deutſchen Sprache erteilten Unter⸗ richt im Lateiniſchen, Griechiſchen, Hebräiſchen und Deutſchen aktiven Anteil zu nehmen, ja, waren zum großen Teil nicht einmal fähig, den in deutſcher Sprache erteilten Unterricht zu verſtehen. Da machte ſich denn die Frage geltend: „Was ſoll mit dieſen aus unſern eigenen Kreiſen kommenden Schülern geſchehen?“ — Der nächſte Aus⸗