# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1914_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 14. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1914. 17 [Am linken Rand schwacher Durchschein von Text der gegenüberliegenden Seite (PDF 22, Komiteeliſte); nicht transkribiert.] Synodalrede. Wir heben unſere Augen auf zu den Bergen, von welchen uns Hilfe kommt. Amen. Ehrwürdige und geliebte Väter und Brüder in dem HErrn! Im Jahre 1530 ſtellte Luther vierzig Theſen über die Lehre von der Kirche auf unter der überſchrift: „Folgende Stücke will D. Martinus Luther, der heiligen Kirchen zu Wittenberg Prediger, mit Gottes Gnade erhalten wider die ganze Satansſchule und alle Pforten der Hölle.“ Aus dieſen Sätzen ſind vor allem zwei Gruppen überaus wichtig für alle Kirchenverſammlungen; ſie mögen daher als Einleitung für unſere Synodalſitzung dienen. Zur erſten Gruppe gehören folgende Theſen: „Die chriſtliche Kirche hat keine Macht, einigen Artikel des Glaubens zu ſetzen, hat's noch nie getan, wird's auch nimmermehr tun. „Die chriſtliche Kirche hat keine Macht, einiges Gebot guter Werke zu ſtellen, hat es auch nie getan, wird's auch nimmermehr tun. „Alle Artikel des Glaubens ſind genugſam in der Heiligen Schrift geſetzt, daß man keinen mehr darf ſetzen. „Alle Gebote guter Werke ſind genugſam in der Heiligen Schrift geſtellet, daß man keinen mehr darf ſtellen. „Die chriſtliche Kirche beſtätigt das Evangelium und Heilige Schrift als ein Untertan, zeigt und bekennet gleichwie ein Knecht ſeines Herrn Farbe und Wappen.“ Die zweite Gruppe lautet alſo: „Die chriſtliche Kirche hat Macht, Sitten und Weiſe zu ſtellen, die man halte in Faſten, Feiern, Eſſen, Trinken, Kleidern, Wachen und dergleichen. „Doch nicht über andere ohne ihren Willen, ſondern allein über ſich ſelbſt; hat auch nie anders getan, wird auch nicht anders tun. „Auch daß ſolche Sitten nicht wider die Artikel oder gute Werke ſtreben, das iſt, dem Glauben und der Liebe ohne Gefahr und Schaden ſeien. „Auch daß ſie die Gewiſſen nicht verwirren oder beſchweren. „Auch daß ſie nicht ewiglich bleiben, ſondern alle Stunde aus Urſachen mögen nachbleiben und geändert werden.“ Luther betont hier ein Doppeltes. Erſtens, die chriſtliche Kirche kann nicht Artikel des Glaubens und irgendein Gebot guter Werke ſtellen, hat auch nie verſucht, ſolches zu tun. Alle Artikel des Glaubens und alle Gebote guter Werke hat Gott in der Heiligen Schrift geſtellt. Die Bibel iſt ein abgeſchloſſenes Ganzes, zu dem die Kirche weder etwas hinzutun noch davon etwas abtun ſoll. Der Beruf der Kirche iſt, als ein Untertan die ganze Heilige Schrift zu beſtätigen, ſie zu zeigen und [Signatur am Fuß der Seite: „2“ — Bogenſignatur des Druckers, keine Seitenzahl.]