# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Mai 1857_S132 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 132 Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. ferung der heiligen Väter verlassen worden, auch das Organ des allgemein menschlichen Bewußtseins, in welchem das Gesetz des Lebens in der Gerechtigkeit erscheint, durch das Beharren in der Sünde, welches Wachsthum in derselben ist, je länger je mehr sich abgeschwächt haben, je weniger es von Natur durch die Umkehrung und Ueberordnung der Welt⸗ und Eigenliebe für diese Sprache seines Innersten empfänglich ist; es hat in Folge des Handelns gegen sie, des Widerstrebens jener Neigungen und gänzlichen Mangels der Uebung an Schärfe und Richtigkeit der Auffassung endlich verloren, ja ist oft gleichsam durch Brandmale bis zur Empfindungslosigkeit gesteigert worden (1 Tim. 4, 2). Das Amt des Bundes Israels mit seiner die Sünde lebendig machenden Kraft, vorbereitet schon vom Paradiese an, ist darum gegeben, daß es, in solchen Gang nothwendiger Verdunkelung und Ruchlosigkeit des Herzens (Eph. 4, 18 fg.) hindernd einzugreifen, den Knecht vor seinem Herrn verantwortlich mache für seine individuell überkommene ganze Sündenschuld, ihn als unter die Herrschaft eines gottwidrigen Gelüstens, welches durch die von außen an ihn gelangenden und fixirten Gebote beständig hervorgelockt und in Furcht und Haß der festgesetzten Strafe überaus sündig wird, von den ersten Momenten seines Daseins an verkauft erweise, indem es die wahre Gestalt des Bösen durch ein feierlich hingestelltes Zeugniß der richterlichen hohen Majestät selbst enthüllt. Schonungslos zieht es die einzelne Vergehung nicht zum Theil, insoweit etwa der Wille entweder die im falschen Wahn des Buchstabens äußerlich erstrebte Conformität unerreicht gelassen, oder sich dem vom Gewissen aus weckenden Zug der heilsamen Gnade entgegengesetzt hat, sondern als dem wuchernden Stamm der Erblust beigemessene Frucht sammt derselben unbedingt zur Rechnung. Denn durch Einen ist die Sünde gekommen in die Welt und der Tod durch die Sünde, und ist also, auf diese Weise, durch den Fall des ersten Menschen, der Tod zu allen übrigen hindurchgedrungen, weil sie alle zugleich gesündigt haben; — wie könnte dieser sonst ein mächtiger Tyrann gewesen sein von Adam bis auf Moses auch über die, welche kein positives göttliches Gebot übertreten haben, um dessen willen die Schuldigen erst nach seiner Manifestation dem Sterben hätten unterworfen werden müssen, wenn nicht die Zurechnung vor dem göttlichen Gericht von dem Stammvater aus an ihnen mit gehaftet hätte? (Röm. 5, 12 fgg.) Zu der objectiven Seite, daß eine dem göttlichen Willen widerstreitende Thatsache, der verdorbene Zustand des Menschen von Natur, als offenkundig nicht geleugnet werden soll, tritt eine subjective, welche, vom Gewissen zwar nicht unbezeugt, man lügnerisch am meisten sich verheimlicht, durch die Allen gültige Declaration des Heiligen in Israel hinzu, daß dieses Factum dem, in welchem es ist, als Urheber zugeschrieben sei, daß er selbst, die Persönlichkeit in ihrem innersten Centrum, nicht bloß nach den Erscheinungen in der Peripherie, mit der Sünde unauflöslich verwickelt und damit der Strafe unmittelbar verfallen, unwürdig einen andern Theil an Gott zu haben, als an Seinem gerechten Zorn, als schuldig das