# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S346 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 132 — mal wenn ſolches die Liebe zu der eigenen Familie erfordert; denn da ſteht Gottes klares Wort, 1 Tim. 5, 8: „So aber jemand die Seinen, ſonderlich ſeine Hausgenoſſen, nicht verſorget, der hat den Glauben ver⸗ leugnet und iſt ärger denn ein Heide.“ — Für ihre Dienſte dürfen die Diakoniſſen keinen perſönlichen Lohn fordern. Das Heim beſoldet ſie, je nachdem ſie es nötig haben; es nimmt auch alle einfließenden Gelder entgegen und verwaltet dieſe im Intereſſe ſeiner Angehörigen. Was hat denn nun die Vertreter bei dieſer Konferenz bewogen, ein ſolches lutheriſches Diakoniſſenheim zu planen? Nicht vielgeſchäftige Neuerungsſucht, ſondern die ſchreiende Not, die ſich vielerorts unter uns nach ſolchen Diakoniſſen recht fühlbar macht, vor allem in unſern lutheriſchen Hoſpitälern ſelbſt, mit denen unſere lutheriſchen Kranken⸗ pflegerinnenſchulen verbunden ſind. Wie oft macht ſich dort ein Mangel an genügend weiblicher Hilfe fühlbar! Wie oft hält es ſo ſchwer, eine geſchulte, geſchickte, von lutheriſchem Geiſte beſeelte Leiterin des Hoſpi⸗ tals und Oberin der Krankenpflegerinnenſchule zu gewinnen! Haben unſere Hoſpitäler unter großen Mühen und Koſten in einer dreijährigen Lehrzeit ihre Krankenpflegerinnen für deren Beruf herangebildet, dann treten ſie aus dem Hoſpital aus und widmen ſich der Privatkranken⸗ pflege; die hier von ihnen geſammelte Erfahrung und ihre wertvollen Dienſte gehen alſo gewöhnlich unſern Hoſpitälern verloren. — Ferner gibt es viele wenig bemittelte lutheriſche Familien, die bei eintretenden Krankheitsfällen, in denen eine erfahrene Krankenpflegerin nötig wird, die hohen Gebühren nicht erſchwingen können, welche die trained nurses heutzutage verlangen. Wie oft kommt es nicht auch unter lutheriſchen Familien vor, daß bei ſchweren, gefährlichen, anſteckenden Krankheiten in ihrer Mitte eine evangeliſche oder ſonſt proteſtantiſche Diakoniſſe, oder gar barmherzige (?) katholiſche Schweſter gerufen wird, weil eben keine lutheriſche Krankenpflegerin ſo billig zu haben iſt! Welche Ver⸗ ſuchungen und Gefahren für den Glaubensſtand einer lutheriſchen Familie unter ſolchen Verhältniſſen entſtehen, liegt auf der Hand. — Endlich aber denken wir auch an die zahlreichen Krankenpflegerinnen ſelbſt, die im Laufe der letzten Jahre aus unſern lutheriſchen Hoſpi⸗ tälern hervorgegangen ſind, die vielfach ohne eigene Häuslichkeit da⸗ ſtehen und beſtändig großen Gefahren für ihren Glauben und Chriſten⸗ wandel ausgeſetzt ſind. Wie manche unter ihnen würden ſich gerne einem ſolchen lutheriſchen Diakoniſſenheim anſchließen und bereitwilligſt ihre Zeit und ihre Kräfte in den Dienſt der chriſtlichen Krankenpflege ſtellen, wenn ihnen nur die drückende Sorge um das tägliche Brot und wegen des heranrückenden Alters abgenommen würde. Allen dieſen erwähnten Notſtänden will das geplante Heim ab⸗ helfen. Es wurde von obengenannter Konferenz daher ein Komitee eingeſetzt, das einleitende Schritte tun ſoll, um den Plan zu verwirk⸗ lichen. Bis zum Herbſt hofft das Komitee ſeine Arbeit vollendet zu haben. Vorläufig können ſolche chriſtliche Jungfrauen und kinderloſe