# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S339 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 125 — Herausgabe wichtiger Schriften und einer engliſchen Biographie D. Walthers. An die Deutſche Ev.⸗Luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. St., als 13. Delegatenſynode verſammelt zu St. Louis, Mo., im Mai 1911. Ehrwürdige Väter und Brüder! Wir feiern in dieſem Jahre den hundertſten Geburtstag D. Wal⸗ thers. Die Zeit unſerer Väter gilt uns als eine große Zeit, eine Zeit voller Wunder der Macht und Gnade unſers Gottes, und D. Walther gilt uns als das große Werkzeug, durch das vornehmlich Gott jene Zeit zu einer Zeit großer Gnadenheimſuchung gemacht hat. Was D. Walther der Kirche geweſen iſt, weiß das jüngere Geſchlecht nicht ſo, wie es die Alten wußten und wiſſen. Wohl redet er als Pre⸗ diger zu uns in einer ſtattlichen Reihe von Predigtbüchern, von denen nur einige zu ſeinen Lebzeiten veröffentlicht wurden; aber als theo⸗ logiſcher Lehrer unſerer Kirche, als theologiſcher Schriftſteller tritt er um ſo mehr zurück, je größer die Zahl derer iſt (und ſie wird immer größer), die ſeine in den alten Jahrgängen unſerer Zeitſchriften („Lutheraner“ und „Lehre und Wehre“), ſowie ſonſt erſchienenen Schriften nicht haben. Dieſe Schriften haben außer den Alten nur wenige, und wo ſie einmal antiquariſch zu haben ſind, iſt der Preis für die allermeiſten abſchreckend hoch. Wir wiſſen wohl, daß wir von D. Walther neben ſeinen köſtlichen Predigtbüchern auch eine Anzahl herrlicher theologiſcher Bücher haben; aber wir glauben, daß Walther da, wo er für ſo viele ſchon längſt ſchweigt, mehr ſelbſt zu Worte kommt als in allen von ihm erſchienenen theologiſchen Büchern. Wir würden es ſehr bedauern, wenn jene alten Jahrgänge unſerer Zeitſchriften und ſonſtige Publikationen, einſt zum großen Teil Walthers Katheder vor der Kirche, Walthers Grab würden. Wir glauben, daß Walther zum großen Teil durch die Schriften, die, wenn nichts geſchieht, der Vergeſſenheit anheimfallen, das große Werk⸗ zeug war, durch das unſere Synode geworden iſt, was ſie iſt, und wo⸗ durch ein ſo großer Segen weit über die Grenzen unſerer Synode aus⸗ gegangen iſt. Wir haben durch die Herausgabe von immer neuen Predigtbüchern dafür geſorgt, daß Walther als Prediger immer mehr gehört und gewürdigt wird. Sollten wir nun in dieſem Jubeljahre nicht dafür ſorgen, daß Walther auch in Schriften, wo er einſt nicht als Prediger zu einer einzelnen Gemeinde, ſondern als theologiſcher Lehrer, als Vater unſerer Synode direkt zur Synode, zur Kirche, redet, mehr gehört und gewürdigt werde? Wir glauben, daß es der Synode und der Kirche zum Segen gereichen würde, wenn Walther mit der ihm eigenen Macht der Rede, ſeinem gewaltigen Ernſt, ſeinem Feuereifer für die reine göttliche Wahrheit, ſeiner Kampfesfreudigkeit