# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S308 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 94 — beſteht, nicht alles getan werden konnte, was die Umſtände und die Synodalordnungen erheiſchten. Niemand, der die Verhältniſſe auch nur flüchtig prüft, wird ſich darüber verwundern. Bedenken wir näm⸗ lich erſtens, daß bei unſerer jetzigen Einrichtung der Hochw. Allgemeine Präſes auf Reinheit und Einheit in der Lehre achten, möglichſt viele Diſtriktsſynoden beſuchen, die zehn höheren Lehranſtalten viſitieren, Be⸗ richte von den Diſtriktspräſides entgegennehmen und mit ihnen wichtige Angelegenheiten beraten, bei interſynodalen Verhandlungen die Synode vertreten, eine ausgedehnte Korreſpondenz führen, in vielen Gewiſſens⸗ fragen — die zwar nicht immer mit der Verwaltung ſeines Amtes in engſter Verbindung ſtanden, aber aus Rückſichten der chriſtlichen Liebe von ihm nicht abgewieſen werden konnten — Rat erteilen, durch Wort und Schrift ermahnend und ermunternd für die Ausführung der Synodalbeſchlüſſe Sorge tragen und eine Menge von andern Arbeiten tun muß, die angeſtrengtes Nachdenken und große Vorſicht erfordern; bedenken wir zweitens, daß die Ehrw. Vizepräſides neben dem wichtigen Synodalamte, das ſie bekleiden, auch noch Paſtoren an zumeiſt ſehr volkreichen Gemeinden ſind, von denen ihr Synodaldienſt ſie in den Jahren, wenn Diſtriktsſynoden abgehalten werden, etwa zwei Monate trennt: ſo müſſen wir zwar der Tüchtigkeit, Pflichttreue und Selbſt⸗ verleugnung, die unſere teuren Beamten an den Tag gelegt haben, die höchſte Anerkennung zollen, aber auch ihnen recht geben, wenn ſie dar⸗ über klagen, daß ſie wegen Mangels an verfügbarer Zeit die Ob⸗ liegenheiten des Allgemeinen Präſidiums nicht in allen Fällen ſo, wie es die Wichtigkeit derſelben erforderte, haben ausüben können. Würden wir daher eine Einrichtung treffen, die es dem Allge⸗ meinen Präſes ermöglicht, alle Funktionen ſeines hohen Amtes mit dem nötigen Aufwand von Zeit und Kraft zu verrichten, und die auch den Vizepräſides Gelegenheit gibt, der Synode zu dienen, ohne daß ſie dabei wegen langer Abweſenheit von ihren Gemeinden in Gewiſſensnot ge⸗ raten, ſo würden wir damit einen Schritt tun, der der hohen Wichtig⸗ keit des Präſidialamtes entſpricht und ohne allen Zweifel für die recht⸗ gläubige Kirche ſegensreiche Folgen nach ſich ziehen wird. Indem nun die Paſtoralkonferenz von Fort Wayne und Umgegend eine ſolche Einrichtung in Vorſchlag bringt, will ſie keineswegs be⸗ haupten, daß ſie die einzig mögliche und richtige ſei; jedoch iſt der vor⸗ geſchlagene Weg derjenige, welcher der genannten Konferenz bei einer zu dieſem Zweck einberufenen Verſammlung der beſte und der praktiſch am beſten durchführbare zu ſein ſchien. Sie gibt im folgenden nur im allgemeinen die Umriſſe des Planes an und überläßt es der Synode, wenn ſie ihn zu dem ihrigen machen ſollte, genauere Beſtimmungen, An⸗ ordnungen und Regulative ſelber zu ſtellen. Die Konferenz erlaubt ſich, der Ehrw. Synode folgende Geſtaltung des Allgemeinen Präſidiums vorzuſchlagen: 1. Der Hochw. Allgemeine Präſes ſteht an der Spitze der Synode, ſowie des Präſeskollegiums und behält in Zukunft alle diejenigen Rechte