# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1857_S126 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 126 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. stalten in Gettysburg den Bedürfnissen zu genügen scheinen, ist angeblich erstlich, daß in dem neuen Institut in gewissen Fällen bloß eine nothdürftige theologische Ausbildung ertheilt werden soll, denn daß auch solche, die bereits einen Beruf gewählt haben, aber sich noch entschließen, Prediger zu werden, aufgenommen werden können, und endlich daß „die in unsern Mädchenschulen wie in unsern Colleges und theologischen Seminarien gewöhnliche Weise zu studiren durchaus mangelhaft ist, und dringend Verbesserung erheischt." Allein ein Correspondent des Missionary weist nach, daß Gettysburg, das statt achtzig bis hundert Zöglinge, die es fassen könnte, nur zwanzig hat, gerade das leistet, was das neue Institut leisten soll, indem zwei Drittel von allen Predigern, die von Gettysburg ausgegangen sind, nur eine nothdürftige theologische Ausbildung erhalten haben, und auch Handwerker und Farmer daselbst zu Predigern ausgebildet sind, und läßt durchblicken, daß der einzige wirkliche Grund, der Dr. Kurtz bewegt, der Wunsch ist, eine Anstalt zu haben, auf der seine Theologie gelehrt wird. Möglich, daß das dogmatische Textbuch für die neue Anstalt, wenn sie zu Stande kommt, Dr. Kurtz berühmte Schrift „Why are you a Lutheran" sein soll. B. Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. Amerika. Tennessee⸗Synode. Als die Synode von Missouri ꝛc. westlichen Districts ihre letztjährige Versammlung abhielt, war auch Herr Pastor J. R. Moser, Glied der Tennessee⸗Synode, gegenwärtig. Dieser forderte die erstgenannte Synode auf, ihm ihre Ueberzeugung in Betreff einiger Gebräuche darzulegen, welche in seiner Synode angenommen seien, u. A. in Betreff des in derselben üblichen Brodbrechens bei der Feier des heil. Abendmahls. Unsere Synode kam der Aufforderung des l. Bruders nach und publicirte auch auf dessen ausdrückliches Begehren die gegebene Antwort. Wie es scheint, haben dies die Brüder von der Tennessee⸗Synode übel vermerkt. Aus dem Bericht derselben von ihren im October v. J. in der Melanchthon's⸗Kirche, Randolph Co., N. C., gepflogenen Verhandlungen ersehen wir, daß sie zur Erwiderung auf die Erklärung unserer Synode sich dahin aussprechen, bei ihrem bisherigen Modus in Administrirung des heil. Sacramentes, nehmlich bei der Brodbrechung, bleiben zu wollen. Die l. Brüder berufen sich hierbei auf 1 Cor. 10, 16. und auf einige Stellen der Concordienformel. Wir beabsichtigen hier nicht, diesen Streitpunct, der schon 300 Jahre lang zwischen der lutherischen und reformirten Kirche gelegen hat und über den wir uns schon früher im „Lutheraner" ausführlicher ausgesprochen haben, wieder aufzunehmen. Doch können wir nicht unterlassen, eine Stelle, auf welche die Brüder der Tennessee⸗Synode provociren, hier zu wiederholen, da gerade diese Stelle dieselben, wie wir meinen, leicht von dem Gegentheile von dem hätte überzeugen können, was sie damit beweisen wollten. Die Stelle ist folgende: „Wie uns auch St. Paulus die ganze Action des Brodbrechens oder (seu) Austheilens und Empfahens für Augen stellet, 1 Cor. 10, 16." (Form. Conc. 749.) Es ist offenbar, daß hier Brodbrechen mit Austheilen für gleichbedeutend genommen und erklärt wird. — Mit Freuden finden wir übrigens in dem Synodalbericht, daß die Synode Herrn Pastor Lz. Weßel (Mount Solon, Va.) zum Delegaten an die Missouri⸗Synode östlichen Districts und Herrn P. J. R. Moser an die Synode von Missouri überhaupt erwählt hat.