# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S300 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 86 — übernahme der neugegründeten Perſermiſſion. New York, 15. März 1911. Hochwürdiger Allgemeiner Herr Präſes! Die Paſtoralkonferenz von New York beſchloß geſtern einſtimmig, ich ſollte die Eingabe für übernahme der Perſermiſſion vonſeiten der Allgemeinen Synode vor dem dazu beſtimmten Komitee und vor der Synode vertreten. Könnten Sie wohl gütigſt dem Vormann des Komi⸗ tees, das für dieſe Vorlage ernannt wird, ſogleich mitteilen, was unſere Konferenz beſchloſſen hat? Die Sache iſt zu merkwürdig und wun⸗ derbar! Der Miſſionar Paſha, der von uns kolloquiert wurde und nun ſchon lange Zeit unter unſern Augen arbeitet und unſere Konferenzen beſucht, iſt eine aufrichtige, treue Seele, von Liebe zu JEſu glühend und von Eifer für das Heil ſeiner Landsleute brennend. Er bearbeitet hier im Oſten 8 Miſſionsplätze: im Staate New York Yonkers und New York, im Staate Connecticut Briſtol und New Britain, im Staate New Jerſey Newark, Elizabeth und Atlantic City, im Staate Penn⸗ ſylvania Philadelphia. Unſere Paſtoren z. B. in Yonkers, in New York, in Briſtol, New Britain und Philadelphia arbeiten mit ihm, ſehen ſeiner Arbeit gleichſam zu und berichten übereinſtimmend dasſelbe, was Paſha auf unſern Konferenzen berichtet. Auf dieſen 8 Plätzen hat er 1500 Seelen unter ſeiner Pflege, lauter erwachſene Männer; denn ihre Familien ſind in Perſien, und die Leute ſind zu arm, letztere nach⸗ kommen zu laſſen. 130 bis 150 Leute ſind oft in einem Gottes⸗ dienſt anweſend, wie die Paſtoren berichten. Alle fünf Wochen kommt der Miſſionar herum in ſeinem Miſſionsgebiet und in Berührung mit den 1500 Seelen. Aber nun ſchildert er uns, wie in Chicago und Pittsburg noch weitere 5000 Perſer ſich aufhalten, die ihn mit Briefen beſtürmen, zu ihnen zu kommen. Das iſt unmöglich; dorthin ſollten wir ſeinen Sohn ſtellen, der, in Hermannsburg ausgebildet, auch zu uns übertreten möchte (vom General Council). Und endlich ſchildert uns Paſha, wie alle Briefe aus der alten Heimat melden, daß dort jetzt die Tür zur Miſſion weit aufgetan ſei zu den Mohammedanern infolge der großen Veränderungen, die in den letzten Jahren mit der türkiſchen Regierung vor ſich gegangen ſind. Welch eine Ausſicht er⸗ öffnet uns Gott, und welche Miſſion, die wir gar nicht geſucht haben, wirft uns Gott in den Schoß, ja, an den Kopf: fertige Arbeiter und ſo viele ſchon bearbeitete Seelen! Die Konferenz ſprach ſich auch dahin aus, daß dieſe ſo große Miſſion nicht der im äußerſten Winkel ſitzenden Kommiſſion für fremdſprachige Miſſionen übergeben werden ſollte, oder wenn ſo, daß einer der Paſtoren, an deren Wohnſitzen Miſſion unter den Perſern getrieben wird, dazugewählt werden ſollte. Der Paſtor von Yonkers, dem wir bisher die Leitung dieſer Miſſion übertrugen, ſeitdem wir ſie vorläufig übernahmen, iſt ſehr geeignet dazu. Wir mußten hier einfach dieſe Miſſion auf unſer eigenes Riſiko und auf unſere eigenen Unkoſten übernehmen. Es wäre unverantwortlich ge⸗