# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S290 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 76 — erworben hatte, ließ ſich ohne alle irdiſchen Nebenabſichten unterrichten, beſtand, von der Kommiſſion geprüft, ein gutes Examen, wurde von P. Schönfeld getauft und iſt jetzt ſtimmberechtigtes Glied ſeiner Ge⸗ meinde. Dasſelbe geſchah mit einer jungen Dame, die P. Renz taufte. Eine zweite junge Dame, die im Taufunterricht ſtand, hat ſich leider durch ihren Wegzug dem weiteren Unterricht entzogen. Eine dritte junge Dame, eine herrliche Frucht unſerer Miſſion, Frau von Schutter, iſt unter dem Troſtzuſpruche P. Renz', wie wir hoffen dürfen, getroſt und ſelig im Glauben an Chriſtum entſchlafen. Aber in einer andern Beziehung iſt ein großer Umſchwung in unſerer Judenmiſſion eingetreten. Der Zudrang von Hörern iſt ſo hoch geſtiegen wie nie zuvor. Trotz allerlei Störungen von feindſeligen Juden, trotz allerlei Warnungen in öffentlichen Judenblättern, trotz⸗ dem leibliche Unterſtützungen, die früher gewährt wurden, jetzt nicht mehr gereicht werden, kamen ſo viele Zuhörer in die Miſſionsgottes⸗ dienſte, daß oft kein Stehplatz mehr übrig war, ſo daß viele Zuhörer aus Mangel an Raum zurückgewieſen werden mußten, ja, daß der Miſſionar wiederholt nach Schluß des Gottesdienſtes für die draußen harrende Menge noch einen zweiten Gottesdienſt halten mußte. Es iſt ſehr zu bedauern, daß Hunderte von Zuhörern aus Mangel an Raum keinen Zutritt zur Miſſionspredigt erlangen konnten. — Außer⸗ dem ſtellten ſich viele Juden zu Privatunterredungen ein oder luden den Miſſionar in ihre Häuſer. Traktate und Neue Teſtamente wurden begehrt, geleſen und mit dem Miſſionar beſprochen. In der Samstags⸗ und Sonntagsſchule wurden zwiſchen 50 bis 150 Kinder jahraus, jahr⸗ ein in den Heilswahrheiten unterrichtet. Bei der letzten Weihnachts⸗ feier wurde eine ſo große Halle gemietet wie nie zuvor, und dennoch ergaben die für die Weihnachtsfeier eingegangenen Gaben noch einen überſchuß von $90.00 für die Miſſionskaſſe. Offenbar iſt es etwas Großes, daß Gott ſo viele Seelen aus den Juden unter den Schall des Wortes bringt. Das ſauerteigartige Wirken des Evangeliums kann ja auch hier nicht ausbleiben. Damit kein falſcher Eindruck hervorgerufen werde, ſoll hier ausdrücklich bemerkt werden, daß bei dem großen Zu⸗ wachs der Zuhörerſchaft auch in den letzten drei Jahren magere Zeiten eintraten, beſonders im Sommer. Indem wir nun aus den Protokollen einen Bericht der Tätigkeit unſers Miſſionars vom 1. März 1908 bis zum 1. März 1911 zu⸗ ſammenſtellen, fügen wir zugleich in Klammern die korreſpondierenden Zahlen des Berichtes der Allgemeinen Synode vom Jahre 1905 zur Vergleichung bei. In der Miſſion hielt unſer Miſſionar an 200 Pre⸗ digten, die von nahezu 10,000 (2326) Perſonen gehört wurden. Außerdem hielt er 18 (14) Predigten im Intereſſe der Judenmiſſion in Gemeinden, die ihn dazu aufforderten. Er hielt 225mal Samstags⸗ und Sonntagsſchule, die von 16,120 (6614) Kindern, und außerdem 42mal Nachmittagsſchule, die von 2650 (1934) Kindern beſucht wurde. Die Bibelſtunden am Mittwochabend, die nur ſpärlich beſucht wurden,