# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1857_S124 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 124 Lutheranism in America. und Dr. B. Kurtz an der Spitze. Ersterer ist Professor der Theologie am Seminar zu Gettysburg, seine theologische Bildung erhielt er auf einem presbyterianischen Seminar, und obwohl er bei seiner Bestallung mit seinem gegenwärtigen Amt im Namen der Synode, unter deren Controlle die Anstalt steht, feierlich aufgefordert wurde, „die ihm anvertrauten Studenten in dem Glauben der lutherischen Kirche zu gründen," hat er sich in seinen theologischen Ansichten nur von Calvin zu Zwingli gewandt. Dr. B. Kurtz, der Herausgeber des Lutheran Observer, steht ihm zur Seite. Von ihnen gehen aus und werden befördert und vertheidigt solche Schriften, wie die Definite Platform, welche die Herausgeber selbst gern wieder zurückgezogen hätten, doch mehr aus Schaam über das Mißlingen, als den Inhalt, und solche Ansichten, wie, daß die lutherische Kirche in Amerika auch eine andere Theologie erfordere, als anderwärts, und daß nur ein Native diese Theologie zu fassen und zu würdigen fähig sei. Ihnen folgt eine nicht unbeträchtliche Zahl in der sogenannten Allgemeinen Synode. Der rechte Flügel begreift die sogenannten Altlutheraner in sich, namentlich die Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten, und die Synode von Buffalo. Zur Mitte werden gerechnet, die nicht zu dem einen oder andern Flügel gehören, als die Synoden von Pennsylvanien, Ohio, Tennessee u. a. und manche einzelne Glieder der Allgemeinen Synode. Der Verfasser tritt entschieden gegen die im linken Flügel auf. Von denen im rechten Flügel redet er mit Anerkennung, man möchte sagen mit Vorliebe, und vertheidigt sie gegen die Beschuldigungen ihrer Feinde, und sucht die auch in weiteren Kreisen gegen sie herrschenden Vorurtheile wegzuräumen. Von der Mitte, obwohl er selber dazu gehört, hat er nichts sonderliches zu sagen. Referent kann nun zwar den Standpunct des Verfassers nicht für den richtigen halten; indem er leider, aber der Wahrheit zu Liebe, bekennen muß, daß die Durchlesung der Schrift den Eindruck macht, als sei der Verfasser kein Lutheraner um des Gewissens willen, sondern weil er im Verstande urtheilt, daß die lutherische Kirche sonderliche Vorzüge vor den übrigen Kirchengemeinschaften habe, also kein Lutheraner aus dem Grunde, aus welchem Luther ein Lutheraner war, und alle wahren Lutheraner es sind. Wie könnte sonst der Verfasser z. B. sagen: „Ist jemand vorhanden, der genugsame Autorität hätte, um Aller Gewissen zu beruhigen, ob Luther hierin Recht hatte, und Calvin Unrecht darin, und umgekehrt" u. s. w. S. 129. „Es ist unmöglich, diese Unterschiede in den Ansichten, welche auf ein und dasselbe Wort gegründet sind, als das Ergebniß von Blindheit oder vielleicht Bosheit anzusehen. S. 128. Der Calvinismus mit seiner strengen Zucht und Eifer um das Gesetz, stellt einen der wichtigsten Züge des Wortes Gottes und des Characters der Kirche dar. Die Eigenthümlichkeit der lutherischen Kirche dar. Die Eigenthümlichkeit der lutherischen Kirche besteht in ihrer innigen Bekanntschaft mit der Gesammt⸗Oeconomie des Alten und Neuen Testaments u. s. w. Soll nun die erstere das, worin ihre Stärke besteht, aufgeben . . .?