# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S282 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 68 — Umfang und Bedeutung die erſte? — Heute haben hier im Dienſte der Emigrantenmiſſion die Evangeliſchen 1 Miſſionar (außerdem ein Emi⸗ granten⸗Seemannsheim und ein Pilgerhaus), die Methodiſten 1, die Römiſch⸗Katholiſchen 2, die Baptiſten 3, die Presbyterianer 3 — und wir? Einen halben Miſſionar! (Unſer Miſſionar iſt nämlich zugleich Stadtmiſſionar.) Der Eifer Roms und der Sekten zeigt doch, daß in Baltimore ein wichtiges Gebiet für Emigrantenmiſſion vorhanden ſein muß. Dies geht auch daraus hervor, daß der Kongreß $110,000.00 zum Ankauf eines Bauplatzes für eine Emigrantenſtation bewilligt hat. Das alles, ſowie die oben dargelegte umfangreiche Arbeit unſers Miſſionars bewegt uns, vor die Ehrw. Synode mit der nachdrücklichen Empfehlung zu treten, daß ſie einen ganzen Miſſionar in die hieſige Emigrantenmiſſion ſtelle und für deſſen entſprechenden vollen Gehalt die Verantwortung übernehme. Dies wird freilich zur Folge haben, daß die Ehrw. Synode zum Gehalt des Miſſionars, wie im beiliegenden Regulativ empfohlen wird, aus der Kaſſe der Allgemeinen Miſſion wird zulegen müſſen, und zwar jährlich etwa $600.00. Trotzdem machen wir getroſt die vorhin ausgeſprochene Empfehlung. Wir haben ſeinerzeit P. Totzke berufen, weil wir überzeugt waren, daß in unſerer Emigrantenmiſſion ein Paſtor ſtehen ſollte. In dieſer überzeugung waren wir noch mehr befeſtigt, als P. Totzke nach ſeinem für den Aufſchwung unſerer Miſſion ſo erfolgreichen Wirken nach Phila⸗ delphia zog. Daher beriefen wir wieder einen Paſtor. Aber wie brachten wir das Gehalt auf, da ein Paſtor mit dem Gehalt, den wir früher unſerm Agenten zahlten, unmöglich auskommen könnte? Die Not trieb uns zu einem Notbehelf. Unſere Kommiſſion berief, wie P. Totzke, ſo ſpäter P. Eirich zum Emigrantenmiſſionar, und die hieſige Kommiſſion für Stadtmiſſion berief nach Vereinbarung in beiden Fällen denſelben Mann zum Stadtmiſſionar, damit der für den geeigneten Mann erforderliche Gehalt aufgebracht werden könnte. — Die Not treibt uns jetzt, nach einer Erfahrung von einigen Jahren, es als unſere überzeugung auszuſprechen nicht nur, daß ein Paſtor in der hieſigen Emigrantenmiſſion ſtehen, ſondern daß der Paſtor ganz Emigrantenmiſſionar ſein ſollte. Die Leute, die bei der Landung aufgehalten werden und ins De⸗ tention House wandern müſſen, ungewiß, ob ſie nicht zur Rückreiſe in die alte Heimat gezwungen werden, oder die in ein Hoſpital gebracht werden, ſind oft in bitterer Not. Ihnen ſollte, ſo gewiß Anfechtung aufs Wort merken lehrt, der Miſſionar die nötige Zeit widmen können. So könnte er ſo recht als Miſſionar tätig ſein, und bei unſerer Emigranten⸗ miſſion ſollte doch der Nachdruck nicht auf dem materiell⸗geſchäftlichen Teil, ſondern auf der eigentlichen Miſſion liegen. Wieviel Miſſion gerade an ſolchen, die bei der Landung aufgehalten werden, geſchehen könnte, zeigen folgende Angaben. Detiniert wurden in den Jahren 1908 bis 1910: in Hoſpitälern 493, im Detention House 4979, im ganzen 5474 Perſonen. Waren dieſe auch nicht alle ſolche, denen unſer