# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S268 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 54 — 4. Auſtralien. In Auſtralien hat ſich durch Gottes Gnade unter ſchweren Kämpfen und treuer Arbeit ein geſundes lutheriſches Kirchenweſen entwickelt. Lieſt man die kirchliche Zeitſchrift und die Synodalberichte der Ev.⸗ Luth. Synode in Auſtralien, ſo erkennt man alsbald: „Das ſind unſere Brüder.“ Dieſe Synode konnte vor zwei Jahren ihr 70jähriges Jubi⸗ läum feiern. Zu ihr gehören 38 Paſtoren und Profeſſoren, die 154 Gemeinden und Predigtplätze bedienen, in denen ſich 13,334 Seelen, 8500 kommunizierende und 2775 ſtimmberechtigte Glieder befinden. Es ſind dort 52 Gemeindeſchulen und fünf Privatſchulen. Auch beſteht dort eine kirchliche Anſtalt mit 52 Schülern zur Ausbildung von Pre⸗ digern und Lehrern. Die Synode betreibt in Weſtauſtralien und Queensland eine große Miſſion, zu der ſie unſere Unterſtützung an Geld und Männern bedarf. Drei der letztjährigen Kandidaten, die aus jener Synode ſtammen, ſind dorthin zurückgekehrt, um den Brüdern das Netz des Reiches Gottes ziehen zu helfen. Auch jetzt liegt ein dringender Beruf von dort vor. Verausgabt wurde in den letzten drei Jahren für Neuſeeland und Auſtralien die Summe von $4763.58. 5. Die europäiſchen Freikirchen. a. Die Sächſiſche Freikirche. Der Kommiſſion wäre es ſehr erwünſcht, daß die Ehrw. Synode ſich etwas eingehender mit ihrem Verhältnis gerade zu der Sächſiſchen Freikirche beſchäftigte. Die lieben Brüder drüben fühlen ſich oft ſehr verlaſſen, und ihre Lage erſcheint ihnen oft als ſehr traurig. Um ihres Zeugniſſes der Wahrheit willen haben ſie drüben nicht viele Freunde, aber eine Menge Feinde, und es kommen ihnen die Gedanken, auch in unſerer Synode nehme das Intereſſe für ſie und ihre Arbeit immer mehr ab. Ihre Gemeinden ſind bis auf wenige klein an Gliederzahl und die Glieder zumeiſt arm an irdiſchen Gütern. Eine ganze Anzahl ihrer Gemeinden muß unterſtützt werden, wenn das öffentliche Predigt⸗ amt in deren Mitte erhalten werden ſoll. Mögen die Paſtoren ſich auch noch ſo ſehr einſchränken, es iſt ihnen unmöglich, mit dem durchzu⸗ kommen, was ihre Gemeinden zu geben imſtande ſind. Und man muß den Gemeinden das Zeugnis geben, daß ſie ſich im Geben ſehr an⸗ ſtrengen. Woher ſoll ihnen nun Unterſtützung zufließen? Sie wiſſen auf Erden niemand außer denen, als deren Brüder ſie geſchmäht und geläſtert werden, den Miſſouriern. Laſſen wir ſie im Stich, dann müſſen ſie das Werk des HErrn einſtellen. Sollten wir ihnen aber nicht willig Unterſtützung zukommen laſſen, die wir von Gott im Geiſtlichen und Irdiſchen ſo reich geſegnet ſind? Sachſen hat uns die beiden Männer gegeben, die uns Lutheranern der Miſſouriſynode unter allen Menſchen die liebſten ſind. In Sachſen lebte, lehrte und kämpfte Luther, der Reformator der Kirche, der das Licht des ſeligmachenden Evangeliums wieder auf den Leuchter ſtellte. Von Sachſen kam der teure Mann, deſſen hundertſten Geburtstag wir mit hoher Begeiſterung in dieſem