# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S215 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Eingaben für die Delegatenſynode 1911. Berichte der Aufſichtsbehörden unſerer Lehranſtalten. Concordia⸗Seminar zu St. Louis, Mo. Die Aufſichtsbehörde des Seminars zu St. Louis erſtattet der Ehrw. Allgemeinen Synode über das letzte Triennium folgenden Bericht. Durch Gottes Gnade hat unſer Seminar auch in dieſem Triennium dem Zweck gedient, zu welchem es urſprünglich gegründet wurde. Gott ſei dafür Lob und Dank geſagt! Ja, wir haben beſondere Urſache zu ſolchem Lob Gottes, wenn wir bedenken, in welch erhöhtem Maße die Anſtalt ihren Zweck jetzt erfüllt. Iſt doch die Zahl der Studierenden faſt um ein Drittel größer, als ſie zur Zeit des letzten Berichtes war. Im Schuljahr 1908—1909 ſtieg ſie auf 243, 1909—1910 auf 281, und in dieſem Schuljahr zählen wir ſogar 296 Studenten. Dement⸗ ſprechend traten 1909 61 aus der Anſtalt in das heilige Predigtamt, 1910 waren es 87, und die Zahl der diesjährigen Kandidaten be⸗ trägt 86. — Im großen und ganzen merkt man auch, daß die jungen Männer ihr Ziel vor Augen haben und ſich der Vorbereitung für das⸗ ſelbe ganz hingeben. Man ſieht, daß man es mit Leuten zu tun hat, die Gott fürchten und ihren Heiland lieben. An Mängeln und Ge⸗ brechen in dieſer Beziehung fehlt es natürlich nicht; aber daß wir ſagen können, es ſind keine groben Ausſchreitungen vorgekommen, iſt ſicherlich eine Urſache des Dankens, zumal in Anbetracht der großen Zahl. Im Perſonal der Fakultät ſind keine Veränderungen zu berichten. Alle Fächer des theologiſchen Kurſus ſind mit überaus fähigen und lehr⸗ tüchtigen Männern beſetzt, die ſich fürchten vor Gottes Wort und ſich ſelbſt nicht ſchonen, ſondern mit Aufbietung aller ihrer Kräfte der Sache Gottes an unſerer Anſtalt dienen. Und Gott hat augenſcheinlich ihre Arbeit reich geſegnet. Leider iſt in der ſyſtematiſchen Theologie, dieſem Hauptfach des Lehrkurſus, in dieſem Schuljahre eine Störung einge⸗ treten, indem ſich D. Pieper bald nach Beginn desſelben ſeiner ge⸗ ſchwächten Geſundheit wegen genötigt ſah, die dogmatiſchen Vorleſungen einzuſtellen, und bis zu dieſem Datum hat er ſie nicht wieder aufnehmen können. Auf Rat des Arztes reiſte er zur Erholung nach California, und nach ſeiner Rückkehr im Februar hat er nur Paſtoraltheologie zu geben gewagt. Es iſt eingetreten, was längſt zu befürchten ſtand, daß das doppelte Amt die Kraft des Mannes über Vermögen in Anſpruch nehmen würde zum Schaden nicht ſowohl der Synodalgeſchäfte — denn