# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S208 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 208 Verhandlungen der 28. Allgemeinen oder Alſo die Hauptgedanken der Reformation hat er klar und mächtig ins Licht geſtellt und im Leben durchgeführt. Wir Norweger haben nun beſonders Urſache, die Gnade Gottes, die ſich in der Perſon und in der Lebensarbeit Walthers verherrlicht hat, zu preiſen. Durch die frühzeitige Verbindung mit ihm iſt unſerer Synode ſo viel Gutes zugefloſſen, daß wir es nie vergeſſen werden. Viele unſerer Paſtoren, ſämtliche Glieder der Fakultät unſers Luther⸗ Seminars, der Präſident und andere Profeſſoren unſers Luther⸗College haben ihre theologiſche Ausbildung und ihre theologiſche Richtung nächſt Gott ihm zum großen Teil zu verdanken. Denn von ihm haben ſie ge⸗ lernt, daß die Theologie keine menſchliche Wiſſenſchaft iſt, ſondern etwas ganz Eigenartiges, etwas ganz Einzigartiges, eine von Gott ſelbſt ver⸗ liehene Fähigkeit, das Wort Gottes zu erkennen, auszulegen, zu ver⸗ kündigen und zu verteidigen zum Heil der Menſchen. D. Walther hat ferner für unſere Synode und unſere kirchlichen Verhältniſſe ein feines und tiefes Verſtändnis gehabt und unter ſchwie⸗ rigen, kritiſchen Zuſtänden uns immer recht zu beurteilen gewußt und gerade dadurch unſerer Kirche große Dienſte geleiſtet. Dafür danken wir ihm noch im Grabe auch an dieſem Tage. Wir ſehen uns als Schüler Walthers an. Wir wollen nicht über ihn hinaus, weil wir in ihm, trotzdem auch er ein ſündiger, unvoll⸗ kommener Menſch war, einen von Gott geſalbten, zuverläſſigen Zeugen der Wahrheit — den größten des vorigen Jahrhunderts — erkennen. Möge denn der liebe Gott die Miſſouriſynode, die eine ſo reiche Erbſchaft überkommen hat, mit ſeiner reichen Gnade überſchütten und ſie in den Fußtapfen D. Walthers erhalten! Er gebe auch, daß Ihre ſynodalen Beratungen und Beſchlüſſe zum Heil der Kirche gereichen mögen! In dieſe Wünſche ſtimmt mit ein D. Ylviſaker, ſeit drei Jahren der Präſident unſers Luther⸗Seminars, der unſer Seminar hier repräſen⸗ tiert, ebenſo Prof. Preus, der Präſident unſerer älteſten Lehranſtalt, unſers Luther⸗College, ſowie ſonſtige Paſtoren, die hier erſchienen ſind, um an Ihrer Walther⸗Gedächtnisfeier teilzunehmen. Alſo ſeien Sie gegrüßt im Namen JEſu! Prof. J. Schallers Rede. Es iſt kaum nötig, meine Freude darüber auszuſprechen, daß es mir vergönnt iſt, heute an dieſer großen Feier zum Gedächtnis D. Wal⸗ thers teilzunehmen. Als einem geborenen St. Louiſer gehört die Per⸗ ſönlichkeit Walthers zu meinen älteſten Jugenderinnerungen, und die Eindrücke, die ich von Kind auf von ſeiner Amtstätigkeit bekommen habe, machen es natürlich, daß ich mich innig an dieſer Feier beteilige. Doch komme ich im Auftrag einer großen rechtgläubigen Körperſchaft, der Allgemeinen Synode von Wisconſin, Minneſota, Michigan und andern Staaten, ferner im Namen der Ehrw. Wisconſinſynode, um bei dieſer