# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S207 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 13. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1911. 207 Es gibt Perſönlichkeiten, deren Leben und Lebensarbeit in eminen⸗ tem Grade den Stempel tragen: Von Gott, in Gott, für Gott und zu Gott! Von dem ſeligen D. Walther kann dieſes in aller Wahrheit ge⸗ ſagt werden. Er war ein Theolog von Gottes Gnaden, ein Prophet im Geiſte Luthers, einer der größten und ſtärkſten Charaktere und Perſön⸗ lichkeiten der lutheriſchen Kirche, ja der Kirche überhaupt, eine Säule der lutheriſchen Kirche, von dem großen Gedanken durchglüht, durch das Evangelium von JEſu Chriſto unſterbliche, aber verlorene Menſchen zu erretten, ſie in die wahre ſichtbare Kirche Gottes auf Erden, in die genuine, freie lutheriſche Kirche hineinzuführen, ſie in aller Wahrheit gegen jeglichen Irrtum zu gründen, ſie wahrhaft glücklich und endlich ewig ſelig zu machen. Als ich vor 28 Jahren dem berühmten D. Delitzſch in Leipzig ein Empfehlungsſchreiben D. Walthers überreichte, ſtrömten ihm bei dem Leſen des Schreibens die Tränen aus den Augen, und er brach in die Worte aus: „O du mein teurer, unvergeßlicher Jugendfreund, Karl Ferdinand Wilhelm Walther, der du eine ſolche Säule der lutheriſchen Kirche in Amerika geworden biſt!“ Wir ſtimmen dem bei, was Georg von Boſſe in ſeiner preisgekrön⸗ ten Schrift: „Das deutſche Element in den Vereinigten Staaten“ über D. Walther ſchreibt: „Er war ein umfaſſender Geiſt und ein Führer, wie es keinen zweiten in einer kirchlichen Gemeinſchaft in Amerika ge⸗ geben hat. In allen Lehrkämpfen gab er die Richtung an, als Mit⸗ redakteur der kirchlichen Zeitſchriften innerhalb der Synode war er ein fruchtbarer Lehrer der Paſtoren und Gemeinden, durch eine ausgedehnte Korreſpondenz der reiche Berater vieler, die ſich in ſchwierigen Ge⸗ wiſſensfragen an ihn wandten, als Pfarrer der St. Louiſer Gemeinde ein beredter, lehrhafter und ergreifender Prediger, überall ein Theolog von Gottes Gnaden.“ Fragen wir weiter: Wo müſſen wir den Grund der Größe dieſes von Gott ſo reich ausgerüſteten Mannes ſuchen? ſo lautet die Antwort: Er ſtand auf dem Felſengrund des untrüglichen Wortes Gottes und ſprach zur Kirche und zur Welt: „So ſagt der HErr in ſeinem Wort. Das iſt mir genug. Denn ſein Wort iſt die einzige Quelle der reli⸗ giöſen Erkenntnis, die einzige Regel und Richtſchnur des Glaubens, der Lehre und des Lebens. Trotz ſei der Vernunft, dem Gefühl, der Wiſſen⸗ ſchaft, der Majorität, der Opinion, der Welt geboten!“ Er ſprach weiter: „Allein aus Gnaden, um Chriſti willen, ohne irgendwelches eigene Zutun mußt du armer, verlorener Menſch in der von Gott ſelbſt geſetzten Ordnung ohne Zwang bekehrt, durch den Glau⸗ ben gerechtfertigt und ewig ſelig werden — durch keine menſchliche Evolution oder Reformarbeit. Aber gerade weil du allein aus Gnaden gerecht und ſelig wirſt, muß dein ganzes Leben als Chriſt ein Gottes⸗ dienſt ſein, ein Dienſt der Liebe, ein Strom des Dankes zu Gott für die wunderbare Errettung von der Sünde, vom Tode und von der Hölle.“