# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S201 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 13. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1911. 201 Wüſte geblieben. Gleich beim erſten Erſcheinen des „Lutheraner“ jauchzten ihm freudig zu Männer wie Wyneken und drängten ſich be⸗ geiſtert um ſein Banner. Und immer größer wurden die Scharen, immer weiter ſchwangen ſich um Walther die Kreiſe: Paſtoren, Lehrer, Gemeinden, Gemeindeglieder. Walther wurde der Führer eines ge⸗ waltigen Heeres: aus Hunderten wurden Tauſende, Zehntauſende, Hunderttauſende — alle begierig und bereit zum Kampf für Gottes Wort und Luthers Lehre. Von dem Segen, den Gott auf Walthers Arbeit gelegt hat, zeugen unſere ſtattlichen Anſtalten aller Art, unſere zahlreichen geräumigen Kirchen, unſer großes Verlagshaus, unſere weit⸗ verbreitete Literatur, unſere ausgedehnten Miſſionen, unſere Synode mit ihren 21 Diſtrikten und faſt 900,000 Seelen, ihre diesjährige große Jubelſynode hier in St. Louis, die hieſige Verſammlung unſerer eng⸗ liſchen Schweſterſynode, ſowie auch dieſe große Feſtgemeinde. Gott allein die Ehre! Denn ſeine große Gnade iſt es auch, daß dieſer Segen mehr bedeutet als bloß äußerlichen Erfolg. Das Banner, welches Gott Walther in die Hände gab, trug die Inſchrift: „Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“ Luthers Schriften hatten Walther zur Klarheit über die Bibel verholfen. Und die Schrift wiederum machte ihn göttlich gewiß, daß die lutheriſchen Symbole nichts anderes enthalten als die lautere bibliſche Wahrheit ſelber. Zugleich war es Walther damit auch klar geworden, daß das Heil der Kirche nicht vor uns, ſondern hinter uns liege, und daß in unſerer Zeit der Poſaunenton der Kirche nur lauten könne: „Zurück zu Luther, zur Schrift!“ Und indem Walther dieſe Loſung ausgab und ſein Heer ſie aufnahm, hat er, ſoviel an ihm war, die lutheriſche Kirche Amerikas gereinigt von und bewahrt vor allerlei Sauerteig falſcher Lehre und Praxis und zurückgeführt zum unverfälſchten Luthertum und damit zur Heiligen Schrift ſelber. Als Gott Walther erweckte, regten ſich überall hierarchiſche Ge⸗ danken, nicht bloß in den lutheriſchen Landeskirchen, die von alters her durch den Staat vergewaltigt werden, ſondern auch in den Frei⸗ kirchen Deutſchlands und in den Synoden Amerikas. Suchte doch, andern voran, der damalige Führer der „Sachſen“ im eigenen Lager den Biſchofsſtuhl aufzurichten! Allen dieſen papiſtiſchen Strömungen gegenüber hat Walther in ernſten Kämpfen das Prieſtertum aller Chriſten wieder zu Ehren gebracht und den Gemeinden ihre gottge⸗ ſchenkten Rechte unverſtümmelt zurückgegeben. Schon ehe Walther auftrat, hatte mit Sang und Klang in die lutheriſche Kirche Amerikas den Einzug gehalten der Methodismus mit ſeinen neuen Maßregeln, revivals, Gefühlsbekehrung, Bußkampf, Buß⸗ krampf und Bußbank. Auch fingen bald chiliaſtiſche Träume an, die Kirche zu beunruhigen. Walther, der ſelber erſt durch die Lehre von der Rechtfertigung vom Pietismus befreit und zu lutheriſcher Nüchtern⸗ heit und Heilsgewißheit gelangt war, trat ſiegreich dieſen Schwärme⸗