# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S199 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 13. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1911. 199 Walther⸗Jubiläum im Coliſeum. Am Sonntag, den 14. Mai, nachmittags um 3 Uhr, fand die Waltherfeier ſtatt zum Gedächtnis des hundertjährigen Geburtstages unſers unvergeßlichen D. C. F. W. Walther. Das Coliſeum konnte die Menge nicht faſſen. Aus Chicago, Milwaukee, Indianapolis, Fort Wayne, Cleveland und vielen andern Städten, namentlich aus Illinois und Miſſouri, waren große Scharen von Feſtteilnehmern erſchienen, und nicht nur mußten viele ſtehen, ſondern Tauſende konnten nicht einmal mehr Eintritt erlangen, und unter dieſen waren leider ſelbſt manche Be⸗ ſucher von auswärts. Die Verſammlung wird auf rund 20,000 abge⸗ ſchätzt. Es war eine erhebende Feier, wie man ſie vielleicht bloß einmal im Leben genießen kann. Man kann ja ſonſt auch öfter große Men⸗ ſchenmengen ſehen, große Singchöre hören, aber das Einzigartige bei dieſer Feier war dies, daß es Lutheraner waren, die hier ver⸗ ſammelt waren in einem Geiſt und Glauben. Die beiden Feſtredner waren die Herren Profeſſoren F. Bente und W. Dau von unſerm Con⸗ cordia⸗Seminar zu St. Louis, deren Feſtreden in der heutigen Nummer dieſes Blättchens erſcheinen. Als Vertreter der norwegiſchen Schweſter⸗ ſynode war Herr Prof. D. H. G. Stub, und als Vertreter der Allge⸗ meinen Synode von Wisconſin, Minneſota und Michigan Herr Prof. J. Schaller erſchienen, die der Verſammlung Glück⸗ und Segenswünſche überbrachten. Ein Maſſenchor, beſtehend aus einem Studentenchor von 200 Stimmen, einem gemiſchten Chor von 600 Stimmen und einem Kinderchor von 3000 Stimmen, trug verſchiedene Chorſtücke und Lieder vor, von denen wir beſonders hervorheben: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“, “Unfold, Ye Portals Everlasting” und “Abide With Me”. Ein ſolcher Maſſenchor macht einen großartigen Eindruck. Was will's in jener Welt noch werden, wenn von „hunderttauſend Zungen und Stimmen noch viel mehr“, von „Chören ohne Zahl erbebt der Freudenſaal“? Mächtig brauſte auch das von der ganzen großen Ver⸗ ſammlung geſungene Lutherlied „Ein' feſte Burg iſt unſer Gott“ durch die Halle. Am Schluß ſagte die Verſammlung unter Leitung des neu⸗ erwählten Präſes, des Herrn P. Pfotenhauer, das Glaubensbekenntnis auf und betete gemeinſam das Vaterunſer. Eine Kollekte wurde er⸗ hoben, welche die Summe von $2772.00 betrug und dazu beſtimmt iſt, den Grundſtock für einen Waltherfonds zu ſchaffen, aus dem Gemeinden zinsfreie Anleihen zum Bau neuer Kirchen geborgt bekommen können. Auf Wunſch der Synode bringen wir auch die bei der Walther⸗ feier gehaltenen Reden, ſoweit deren Wortlaut zu erlangen war: Prof. F. Bentes Rede. Hochgeehrte, herzlich geliebte Glaubensgenoſſen! Gott allein die Ehre! Das verſteht ſich allzeit und überall unter Chriſten von ſelbſt. Damit ſtreitet es auch nicht, wenn wir der Männer gedenken, durch die Gott Großes an uns getan hat. Ermahnt doch die