# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1857_S113 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die Generalsynode der lutherischen Kirche in Preußen vom Jahr 1856. 113 langen Aufenthalte in Breslau (diesesmal drei volle Wochen) im Schreibtische liegen? Das wäre sehr zu bezweifeln. Da tritt denn nun die erfinderische Liebe, durch die Noth gedrängt, mit ihren Operationen ein. Die Reisekosten sämmtlicher Pastoren und Laiendeputirten (deren jede Gemeinde auch einen schicken kann) werden aus einem Synodalfond bestritten. In diesen zahlt jeder Communicant jährlich einen Silbergroschen. Durch solche „Synodalgroschen" waren bei der Synode von 1852 eingekommen 1611 Thlr. 6 Sgr., ausgegeben waren aber damals 1556 Thlr. 6 Sgr., so daß noch ein Bestand von 54 Thlrn. 29 Sgr. übrig blieb. In der jetzt abgelaufenen Periode verhielt es sich ähnlich. Dabei darf dann auch zugleich die große Gastfreundschaft der Breslauer lutherischen Gemeinde nicht unerwähnt bleiben, welche den meisten Synodalen freie Wohnung und Kost gewährt, und diesesmal noch aus freier Liebe 70 Thlr. zur Bestreitung extraer Ausgaben der Pastoren und Deputirten aufgebracht hatte. Unsere Gemeinden haben es schwer. Sie müssen das Gehalt ihrer Pastoren und Schullehrer selbst aufbringen. Es geschieht das nach bestimmter Repartition. In keiner Gemeinde aber soll ein verheiratheter Pastor angestellt werden, die nicht ein Fixum von 300 Thlrn. aufzubringen vermag. Viele Gemeinden vermögen das nun aber nicht, und doch kann man sie nicht ohne Pastor lassen. Da muß denn das Oberkirchencollegium aus seiner Generalcasse zuschießen und ergänzen. Doch daneben sind nun auch noch nicht wenige Hilfsprediger anzustellen und zu besolden (mit einem jährlichen Gehalte von 150 auch wohl 200 Thlrn.), das auch oft größtentheils vom Oberkirchencollegio gereicht werden muß. Wie ist da zu helfen? Denn das Oelkrüglein desselben, das freilich durch den im Jahre 1848 erlassenen „Nothruf der Kirche" von brüderlicher Liebe mit 9496 Thlrn. 18 Sgr. 5 Pf. gefüllt wurde, welche aus allen Gegenden herzuflossen, würde auch alsbald wieder Mangel gehabt haben, wie das Sprichwort sagt: Wer stets Mehl aus dem Kasten herausnimmt und nicht wieder hineinthut, kommt bald auf den Boden! Es muß da der Verlegenheit, dem Mangel auf eine andere Weise vorgebeugt werden. Das geschieht auf eine geringe, unscheinbare Art durch die bei uns sogenannte „Pfennigbüchse," die jemand in den Gemeinden umherträgt und in welche ein Communicant wöchentlich einen Pfennig legen soll. Es sind auf diese Weise in den vier Jahren von 1852 bis 1856 eingekommen 6333 Thlr. 26 Sgr. 8 Pf. und ausgegeben 4960 Thlr. 25 Sgr. 4 Pf. Einzelne Gemeinden erhielten bedeutende Zuschüsse. Doch wir gehen nun zu innern Seiten der Generalsynode über. Eröffnet wurde dieselbe am 18. September Vormittag durch einen feierlichen Gottesdienst in der lutherischen St. Katharinenkirche. — Nach der Predigt ward das heil. Abendmahl gefeiert, an welchem 39 Pastoren, die Mitglieder des Oberkirchencollegiums, 27 Deputirte und viele Gemeindeglieder Theil nahmen. Unmittelbar nach Beendigung des Gottesdienstes nahmen die Sitzungen