# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1857_S110 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 110 Der Rumor über die neuesten Oberconsistorialgeneralien in Bayern. Frechheit selbst fremden Kirchengesellschaften gegenüber verpönt! Sie verdächtigen das als eine Erschütterung der „Grundpfeiler des Protestantismus,“ was die evangelisch⸗lutherische Kirche je und je als ihr Recht und ihre Pflicht erkannt hat, und was durch ihre symbolischen Schriften wie durch die Verfassungsurkunde gesichert ist; sie bezeugen damit offen genug, daß sie nur einen Protestantismus kennen, der sich einbildet, das Recht zu haben, gegen alles zu protestiren, was den subjectiven Meinungen und Gelüsten des Einzelnen misbehagt, und das alles innerhalb der evangelisch⸗lutherischen Kirche, ihren Bekenntnissen zu offenem Trotz. Sie geben sich den Anschein, als verabscheuten sie die Grundsätze, die der „Fränkische Curier“ in seiner Protestation ausgesprochen hat, und nehmen sie eben durch ihre Protestation sammt und sonders in Schutz, stellen im Grunde dieselben Forderungen, nur feiner oder (vielleicht besser gesagt) weniger offen und ehrlich gegeben. Sie nehmen einen Protestantismus in Anspruch, der allerdings „seiner Selbstauflösung“ mit raschen Schritten entgegeneilt, der aber gottlob nicht das Princip der evangelisch⸗lutherischen Kirche ist noch je war, dessen aber als eines verderblichen Auswuchses sich zu entledigen für sie höchste Zeit ist, wie eben diese Bewegung deutlich zeigt. Und das alles maßen sie sich an, im Namen dieser evangelisch⸗lutherischen Kirche und für sie thun zu wollen. Ob das nun purer Unverstand oder wissentliche Verdrehung und Täuschung sei, oder am Ende beides; das überlasse ich der eigenen Entscheidung des Lesers und beeile mich, ihm zu besserer Prüfung den übrigen Wortlaut der Adresse mitzutheilen, indem ich mir nur erlaube, einige Bemerkungen einzuschalten, die ich nicht wohl unterdrücken kann. Unsere „Protestanten“ fahren also fort: Unsere Kirchenobern haben aufstrebend gegen einen auch von uns bedauerten (??) Indifferentismus zu Mitteln gegriffen, welche den Principien des Protestantismus (nämlich ihres Protestantismus!) geradezu entgegen sind. Kirchenlieder mit veralteten Formen und Bildern (sind sie deswegen dem Princip des Protestantismus entgegen ?!), eine Liturgie, eine Ordnung des Gottesdienstes, welche an vielfach bekämpfte (nämlich vom Rationalismus bekämpfte), der ursprünglichen Einfachheit und Reinheit unserer Kirche zuwiderlaufende Sätze und Gebräuche erinnern (und doch ist sie den frühesten und vornehmsten lutherischen Kirchenordnungen wörtlich entnommen!), und die Hauptsache, die Predigt, schmälern (wo ist der Beweis dafür ?), waren die Vorläufer von Verfügungen, welche Wesen und Form verwechselnd, jeden selbstständigen denkenden Mann einer geistlichen Censur unterwerfen (!! da liegt der Hund begraben), deren Ausübung durch keine Gesetze geregelt ist (aber doch durch bestimmte Vorschriften, siehe die Generalien!). Fußend auf Anträgen der Generalsynode, welche von einer momentan siegreichen Partei ausgegangen, von der Mehrzahl der Kirchengenossen aber nicht gebilligt sind (denn die eifrigen „Protestanten“ haben sich in gründlicher Verachtung kirchlicher Angelegenheiten damals weder um Wahl noch Synode bekümmert) bezugnehmend auf Einvernehmen von Kirchenvorständen, die, ohne vorgängige Sicherung eines be⸗