# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S131 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 13. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1911. 131 heit hervorgegangenen Miſſionar zur Seite zu ſtellen. Einem ſolchen würde zwar die Liebe zur Sache viel ſchwerer werden, aber ein ſolcher würde auf manche Juden beſſer einwirken können, nämlich auf die⸗ jenigen, auf welche es einen größeren Eindruck macht, wenn chriſtlich erzogene Miſſionare es ſich zur Lebensaufgabe machen, ſich um ihr Heil zu bemühen. Daß es eine ganze Anzahl ſolcher Juden gibt, lehrt die Erfahrung anderer Judenmiſſionen. Jedenfalls wäre es gut, wenn irgendetwas geſchehen könnte, daß für unſere Judenmiſſion wenigſtens noch ein Arbeiter gewonnen würde. Wenn unſer jetziger Miſſionar er⸗ krankt oder vom HErrn der Kirche aus ſeiner Arbeit ausgeſpannt wird, ſo muß die ganze Miſſion unter den Juden ins Stocken kommen. Wenn unſer jetziger Miſſionar geſund bleibt und ſo alt wird wie Methuſalah, ſo bleibt ſeine alleinige Arbeit unter der hieſigen Judenmenge wie ein Tröpflein im Ozean. Ein anderer frommer Wunſch dürfte es wohl bleiben, aus den elenden Mietsverhältniſſen herauszukommen, unter denen unſere Juden⸗ miſſion zu leiden hat. Die Miſſionslokale, die man mieten muß, ſind klein und teuer. In ihnen verſammelt ſich, dichtgedrängt, nur die ge⸗ ringſte Judenklaſſe. Jeden Augenblick ſteht unſere Miſſion in Ge⸗ fahr, beim Wechſel des Eigentums durch Verkauf aus dem Lokale hin⸗ ausgewieſen zu werden. Wenn wir bedenken, daß die Miete für das Lokal und die Wohnungsmiete für den Miſſionar jährlich die Summe von $720.00 beträgt, ſo repräſentiert das ein ſtattliches Kapital, mit welchem ſich wohl etwas anfangen ließe. Doch wagen wir nicht, bei der Menge der großen Arbeiten, die unſere Synode im Weinberge des HErrn betreibt, irgendeinen Vorſchlag hierüber vorzubringen. Was nun den Erfolg unſerer Judenmiſſion in New York betrifft, ſo iſt ſie eine Saat auf Hoffnung geblieben. Heißt ſchon die ganze chriſtliche Kirche auf Erden im Verhältnis zur ungläubigen Welt „die kleine Herde“, ſo heißen die aus der Judenſchaft Bekehrten gar nur „die überbliebenen nach der Wahl der Gnaden“ und werden verglichen mit den ſiebentauſend Mann, die Gott ſich aus den Millionen Israels zur Zeit des Propheten Elias übrigbleiben ließ, Röm. 11, 3. 5. Nur wenige Juden konnten in den letzten drei Jahren durch unſern Miſſionar auf den Empfang der heiligen Taufe vorbereitet werden. Ein intelligenter Israelit, der ſich in ſeiner alten Heimat den Doktortitel erworben hatte, ließ ſich ohne alle irdiſchen Nebenabſichten unterrichten, beſtand, von der Kommiſſion geprüft, ein gutes Examen, wurde von P. Schönfeld getauft und iſt jetzt ſtimmberechtigtes Glied ſeiner Ge⸗ meinde. Dasſelbe geſchah mit einer jungen Dame, die P. Renz taufte. Eine zweite junge Dame, die im Taufunterricht ſtand, hat ſich leider durch ihren Wegzug dem weiteren Unterricht entzogen. Eine dritte junge Dame, eine herrliche Frucht unſerer Miſſion, Frau von Schutter, iſt unter dem Troſtzuſpruche P. Renz', wie wir hoffen dürfen, getroſt und ſelig im Glauben an Chriſtum entſchlafen.