# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S119 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 13. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1911. 119 e. Europäiſche Freikirchen. Folgender Bericht der Kommiſſion lag der Synode vor: Der Kommiſſion wäre es ſehr erwünſcht, daß die Ehrw. Synode ſich etwas eingehender mit ihrem Verhältnis gerade zu der Sächſiſchen Freikirche beſchäftigte. Die lieben Brüder drüben fühlen ſich oft ſehr verlaſſen, und ihre Lage erſcheint ihnen oft als ſehr traurig. Um ihres Zeugniſſes der Wahrheit willen haben ſie drüben nicht viele Freunde, aber eine Menge Feinde, und es kommen ihnen die Gedanken, auch in unſerer Synode nehme das Intereſſe für ſie und ihre Arbeit immer mehr ab. Ihre Gemeinden ſind bis auf wenige klein an Gliederzahl und die Glieder zumeiſt arm an irdiſchen Gütern. Eine ganze Anzahl ihrer Gemeinden muß unterſtützt werden, wenn das öffentliche Predigt⸗ amt in deren Mitte erhalten werden ſoll. Mögen die Paſtoren ſich auch noch ſo ſehr einſchränken, es iſt ihnen unmöglich, mit dem durchzu⸗ kommen, was ihre Gemeinden zu geben imſtande ſind. Und man muß den Gemeinden das Zeugnis geben, daß ſie ſich im Geben ſehr an⸗ ſtrengen. Woher ſoll ihnen nun Unterſtützung zufließen? Sie wiſſen auf Erden niemand außer denen, als deren Brüder ſie geſchmäht und geläſtert werden, den Miſſouriern. Laſſen wir ſie im Stich, dann müſſen ſie das Werk des HErrn einſtellen. Sollten wir ihnen aber nicht willig Unterſtützung zukommen laſſen, die wir von Gott im Geiſtlichen und Irdiſchen ſo reich geſegnet ſind? Sachſen hat uns die beiden Männer gegeben, die uns Lutheranern der Miſſouriſynode unter allen Menſchen die liebſten ſind. In Sachſen lebte, lehrte und kämpfte Luther, der Reformator der Kirche, der das Licht des ſeligmachenden Evangeliums wieder auf den Leuchter ſtellte. Von Sachſen kam der teure Mann, deſſen hundertſten Geburtstag wir mit hoher Begeiſterung in dieſem Jahre feiern, der Luther Amerikas, unſer hochgeehrter Lehrer, D. C. F. W. Walther. Sollten wir da nicht gerne helfen, daß dort an einigen Orten das Licht des reinen Evangeliums leuchte, von wo es in zwei⸗ facher Beziehung zu uns gekommen iſt? Von Deutſchland bezieht ferner jetzt die moderne ungläubige Theologie ihren Irrtum und ihre falſchen Lehren; wie wichtig, daß wir gerade dort, an dem Sitz der Lüge, Zeugen der Wahrheit haben! Und unſere dortigen Brüder zeugen freudig und unerſchrocken, und ihre Poſaune gibt einen hellen, klaren Ton. Das beweiſen ihre Schriften, beſonders ihr Blatt, „Die Ev.⸗ Luth. Freikirche“, das wir dringend empfehlen möchten ſchon um ſeines vortrefflichen Inhalts willen, aber auch deswegen, weil dadurch die dortige Miſſion unterſtützt wird. Die Sächſiſche Freikirche bedarf jährlich $4000.00 Unterſtützung von unſerer Synode. Die Kommiſſion kann aber nur auszahlen, wenn etwas in dieſer Kaſſe iſt, und die Kaſſe iſt oft ganz leer. Was kann geſchehen, daß vierteljährlich $1000.00 hinübergeſandt werden können, damit unſere dortigen Brüder nicht immer wieder in große Verlegenheit geraten? Eine Ehrw. Synode möge dieſe Frage ernſtlich erwägen.