# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S113 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 13. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1911. 113 aber einen ſolchen Erfolg, wie er vor Augen liegt, hat wohl der Kühnſte nicht zu hoffen gewagt. Als wir mit unſerer Miſſion im Staate Rio Grande do Sul be⸗ gannen, befanden ſich in etwa 30 größeren Kolonien unierte Paſtoren aus Deutſchland, die zu der „Evangeliſchen Riograndenſer Synode“ zuſammengeſchloſſen waren; in zahlreichen andern Kolonien waren ſogenannte Pſeudopfarrer (Landſtreicher im Paſtorenrock), oder die Bewohner waren kirchlich ganz unverſorgt. Man begegnete unſern Miſſionaren zuerſt mit großem Mißtrauen. Man ſah in ihnen nord⸗ amerikaniſche politiſche Agenten, Sektierer, Volksausſauger. Es ent⸗ ſtanden ihnen Gegner und Feinde auf allen Seiten. Trotzdem hat unſer Miſſionswerk dort guten Fortgang gehabt. Es tat ſich uns gleich in den erſten Jahren eine Tür nach der andern auf. Jetzt begegnet man unſern Paſtoren und unſerer Arbeit allenthalben mit Achtung. Jetzt haben wir dort 11 zur Synode gehörende und 37 nicht zur Synode ge⸗ hörende Gemeinden, 13 Predigtplätze, 12,425 Seelen, 6038 kommuni⸗ zierende Glieder und 1753 Stimmberechtigte. Beſonders erfreulich in dieſer Miſſion iſt, daß von Anfang an Paſtoren und Gemeinden auf chriſtliche Schulen bedacht waren. Gegenwärtig haben wir dort 40 Schulen mit 1450 Schulkindern. 20 Paſtoren ſtehen dort in der Arbeit. Es wird wenig Miſſionswerke in unſerer Synode geben, die in kurzer Zeit größere Erfolge aufzuweiſen hätten. Wir könnten noch eine be⸗ deutend größere Anzahl von Gemeinden haben, wenn es uns nicht ſo ſehr an Paſtoren gefehlt hätte. Wir haben noch in keinem Jahre die gewünſchte Anzahl von Arbeitern bekommen. Große Gemeinden ſind uns verloren gegangen, weil ſie jahrelang vergeblich berufen hatten; ganze Gebiete ſind falſchen Propheten in die Hände gefallen, weil wir ſie nicht beſetzen konnten. Gott Lob, gegenwärtig ſind 5 Kandidaten auf der Reiſe, um der ſchreienden Not etwas abzuhelfen, von denen drei in Braſilien Ver⸗ wendung finden ſollen. Eine ganze Anzahl Studenten in St. Louis und Springfield ſtehen bereit, hinzuziehen, wenn ihnen Berufe gegeben werden. Die Ausſichten für die Zukunft ſind die günſtigſten. Seit fünf Jahren haben wir, dorthin gerufen, auch in Argentinien die Arbeit in Angriff genommen. Und wenn wir die Erfolge dieſer fünfjährigen Arbeit ins Auge faſſen, ſo müſſen wir die unverdiente Gnade Gottes preiſen, der uns auch hier eine Tür nach der andern aufgetan und einen Sieg nach dem andern gegeben hat. Wir haben zurzeit dort acht organiſierte Gemeinden, zwei Predigtplätze und eine Stadtmiſſion in der Hauptſtadt, Buenos Aires. Leider ſteht jetzt in dieſem großen, ausſichtsvollen Gebiet nur ein einziger Paſtor, O. W. C. Böttcher, ein wackerer junger Mann, ein tüchtiger Miſſionar und un⸗ ermüdlicher Arbeiter. Ihm zur Seite ſteht ein eifriger Lehrer. P. A. Heine, der in Buenos Aires ſtand, iſt einem dringenden Ruf nach Braſilien gefolgt, und P. W. Preußer, der nur einige Monate unter reichem Segen Gottes in ſeinen Gemeinden tätig ſein konnte, hat der [Signatur am Fuß der Seite: „8“ — Bogenſignatur des Druckers, keine Seitenzahl.]