# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S109 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 13. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1911. 109 dem P. Hanſen dort geweſen war, war ein reiſender finniſcher Paſtor, der Glied der obenerwähnten Synode iſt, aber nicht von ihr geſandt war, dahin gekommen und hatte eine Woche allabendlich den Leuten gepredigt, Kinder getauft, das heilige Abendmahl gefeiert und kopuliert. Die Leute baten ihn herzlich, er möchte doch bei ihnen bleiben, ſie wollten ihn erhalten. Er aber erklärte, ſie könnten ihm nicht genug Gehalt geben. So leſen denn dieſe Leute ihre Bibeln und Andachtsbücher zu Hauſe, ſchicken ihre Kinder zumeiſt in die presbyterianiſche Sonntags⸗ ſchule und laſſen auch von dem Paſtor dieſer Gemeinſchaft ihre Kindlein taufen und ihre Toten beſtatten. Mit großer Freude vernahmen ſie, daß ihnen vielleicht von unſerer Seite zu einem finniſchen Paſtor ver⸗ holfen werden könnte. Freilich, die Antwort jenes Paſtors hatte ihren Mut erſchüttert, einen eigenen Paſtor erhalten zu können. Ohne mein Fragen aber verſprachen ſie gern und willig, regelmäßig zu dem Unter⸗ halt eines eigenen Paſtors beitragen zu wollen. Alle Familien, die ich aufſuchte, beſitzen ihr eigenes Häuschen. Etliche ſind ſchon ſechs Jahre dort anſäſſig. Nach dem Urteil Sachverſtändiger ſollen die Kupferminen auf fünfzig Jahre hinaus und noch länger Kupfer genug enthalten. Es iſt höchſtwahrſcheinlich, daß dieſe Leute, wenn nicht gleich von An⸗ fang, ſo doch ſehr bald imſtande ſein werden, ihren eigenen Paſtor zu erhalten. Es kommen auch beſtändig mehr Finnen aus dem Norden und auch noch von drüben. Ein zentral gelegenes Verſammlungslokal für ihre Gottesdienſte wäre zu Anfang gleich zu haben, nämlich eine presbyterianiſche Kapelle. Auf obigen Bericht hin beſchloß daher die Süd⸗California⸗Kon⸗ ferenz, die Ehrw. Miſſionskommiſſion unſers Diſtrikts aufzufordern, bei der nächſten Delegatenſynode eine Eingabe einzureichen und die Allgemeine Synode zu bitten, die Miſſion unter den Finnen, ſpeziell in Bisbee, als einen Zweig ihrer fremdſprachigen Miſſionen übernehmen zu wollen, oder unſerm Diſtrikt die nötigen Gelder darreichen zu wollen, damit er dieſe Miſſion übernehmen und führen könne. Hierzu wird die Ehrw. Synode wohl um ſo mehr Mut und Freudigkeit haben, als 1. es vorausſichtlich wenig Unterſtützung erfordern wird, die Miſ⸗ ſion in Bisbee in Gang zu bringen; nach Beſtreitung der Reiſekoſten, ſowie des Gehalts auf einige Monate wird ſie ſich wohl ſelbſt erhalten können; 2. eine ſo große Schar Seelen bereits vorhanden iſt (60 bis 70 Familien), die nach kirchlicher Bedienung ſehnlichſt Verlangen tragen, und unter dem großen Haufen abgefallener Finnen mit Gottes Hilfe gewiß noch mancher zurückzugewinnen ſein mag; 3. unſer Diſtrikt nicht imſtande iſt, dieſe Miſſion in Angriff zu nehmen, da wir ja ſelbſt der Unterſtützung unſerer öſtlichen Brüder noch bedürftig ſind; 4. jener einzige finniſche Predigtamtskandidat in Springfield ge⸗ wiß ein Fingerzeig von Gott iſt, dieſen Mann mit ſeinen Gaben dieſen Leuten dienen zu laſſen (er bereitet ſich, nachdem dies alles Prof.