# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S108 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 108 Verhandlungen der 28. Allgemeinen oder Eingehende Erklärung und Begründung dieſer Eingabe enthält der ausführliche Bericht der Subkommiſſion der Miſſionsbehörde des Cali⸗ fornia⸗ und Nevada⸗Diſtrikts. Dieſer Bericht iſt beigegeben und als ein Teil dieſer Eingabe zu betrachten. An die Miſſionskommiſſion des California- und Nevada⸗Diſtrikts. Liebe Brüder! Als vor etwa einem Jahre P. Hanſen im Auftrag unſerer Konfe⸗ renz Arizona, ſpeziell Phoenix, Globe, Tucſon und Bisbee, beſuchte und lutheriſche Glaubensbrüder in dieſen Städten aufſuchte, wurde ihm in Bisbee berichtet, daß dort 500 finniſch-lutheriſche Familien ohne kirch⸗ liche Bedienung wohnen ſollen. Auf Rat unſers Herrn Präſes wurde dies zunächſt an die Kommiſſion für fremdſprachige Miſſionen gemeldet mit der Bitte, ſie möchte ſich dieſer finniſchen Glaubensbrüder annehmen. Genannte Kommiſſion antwortete aber, ſie könne in dieſer Sache nicht handeln, weil die Synode die finniſche Miſſion nicht in ihr Werk auf⸗ genommen habe. So erkundigte ſich die Subkommiſſion, ob nicht in Amerika eine rechtgläubige finniſche Synode oder doch ein ſolcher Paſtor etwa in unſerer Synode wäre. Man fand eine finniſch⸗lutheriſche Synode mit dem Hauptſitz in Michigan, die ſich aber mit dem General⸗ konzil identifiziert. Bei einer Nachfrage in Springfield endlich erhielten wir von Prof. Pieper die Antwort, es ſei ein diesjähriger Abiturient, ein Eſte, der aber Finniſch ſpreche, bereit, in die Arbeit unter den Finnen zu treten; er müſſe ſich jedoch, wenn er berufen werden ſolle, mehr auf die Sprache verlegen. Hierauf beauftragte die Süd⸗California⸗Konfe⸗ renz den Unterzeichneten, zuvor nach Bisbee zu reiſen und ſich bei jenen Finnen ſelber zu erkundigen, ob ſie kirchlich bedient zu werden wünſchten, und überhaupt, wie die Verhältniſſe dort lägen. Dies iſt geſchehen im Dezember 1910 mit folgendem Reſultat. Tatſache iſt, daß in und bei Bisbee zirka 500 finniſche Familien wohnen; die Männer und außerdem noch eine Zahl junger Leute arbeiten in den verſchiedenen Kupferminen in und bei Bisbee. Vier Fünftel dieſer Finnen ſind aber leider dem Sozialismus ergeben und wollen nichts von Gottes Wort wiſſen. Sie ſchmähen und verſpotten die Kirche und alle Obrigkeit. Als ich in Bisbee war, ſtanden dieſe Leute, die ſich eine große, $9000.00 koſtende Halle erbaut hatten, im Begriff, dieſe am Weihnachtsfeſt mit Tanz und Bier, Geſang und freigeiſteriſchen Reden einzuweihen. Um ſo ſchärfer aber tritt darum der Kontraſt zwiſchen dieſen und den ernſt chriſtlichen, lutheriſchen Finnen hervor. Dieſer Familien gibt es, ſoviel ich ermitteln konnte, 60 bis 70. Zwölf derſelben habe ich beſucht an vier verſchiedenen Plätzen, nämlich in Bisbee, Johnſtons Addition, Finnland und Warren. Dieſe Plätze liegen nahe beiſammen im Kreis von zwei bis drei Meilen. Es war ſchwer, ſich mit den Leuten zu verſtändigen, da ſie wenig Engliſch verſtehen. Durch Dol⸗ metſcher habe ich mit ihnen verhandelt. Vor Jahresfriſt, gleich nach⸗