# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S100 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 100 Verhandlungen der 28. Allgemeinen oder Die Lokalkonferenz von Philadelphia erſucht daher die Ehrw. Synode, einen Emigrantenmiſſionar hier anſtellen zu wollen, der ſich der hier landenden Glaubensgenoſſen annimmt, ihnen mit Rat und Tat beiſteht und ſie kirchlich zurechtweiſt, und zwar aus folgenden Gründen: 1. Ein Paſtor, der eine Gemeinde zu verſorgen hat, kann nicht gut das Amt eines Emigrantenmiſſionars mitverſehen, da Dampfer oft am Sonntag anlegen und auch andere in der Gemeinde vorkom⸗ mende Amtshandlungen ſeine Gegenwart bei Landung eines Dampfers unmöglich machen. 2. Die Arbeit eines Emigrantenmiſſionars iſt von größtem Segen für unſere Synode. Der Miſſionar ſchreibt die Adreſſen unſerer ein⸗ wandernden Glaubensgenoſſen auf und ſchickt ſie an unſere Paſtoren, in deren Parochien ſich die Emigranten anſiedeln wollen, ſo daß der Paſtor ſie gleich aufſuchen und kirchlich zurechtweiſen kann. Es ſind eine ganze Anzahl Zuſchriften von Paſtoren unſerer Synode bei dem Verfaſſer dieſer Eingabe eingelaufen, in denen ſie ihm mitteilen, daß ſie nicht nur die Einwanderer, ſondern in manchen Fällen auch noch die Familie, zu der ſie reiſten, für ihre Gemeinde gewonnen haben. Es wurden von März 1910 bis März 1911 724 Emigranten an unſere Gemeinden gewieſen und 221 Paſtoren deren Adreſſen mitgeteilt. 3. Philadelphia wird als Hafenſtadt immer wichtiger. Die Re⸗ gierung hat ein großes Stück Land in Glouceſter, N. J., gegenüber von Philadelphia, angekauft und wird dort einen Landungsplatz für Emi⸗ granten errichten. Sobald dieſe Emigrantenſtation gebaut ſein wird, wollen, wie dem Verfaſſer von gut unterrichteten Leuten mitgeteilt wurde, noch mehr Schiffahrtsgeſellſchaften Philadelphia-Linien ein⸗ richten, weil Ellis Island in New York zu klein geworden iſt und die Landungsgebühren in New York ſo hoch ſind. Da Philadelphia, was Landung von Paſſagieren anlangt, die zweitwichtigſte Hafenſtadt des Landes geworden iſt, ſo ſollte unſere Synode einen Emigrantenmiſſionar hier haben, der ſeine ganze Zeit und Kraft auf dieſe ſegensreiche Arbeit verwenden kann. Die genannte Konferenz ſchlägt daher vor: 1. daß die Ehrw. Synode einen Emigrantenmiſſionar mit einem Gehalt von $1000.00 jährlich (nebſt Vergütung der Koſten für Tele⸗ phon, Porto und Straßenbahnfahrten) in Philadelphia anſtelle. Dieſer Miſſionar ſollte verſuchen, die Agenturen der verſchiedenen Linien zu erhalten, ſo daß er Schiffskarten verkaufen und ſo die Unkoſten er⸗ heblich verringern könnte. Die Agentur des Norddeutſchen Lloyd hat der Verfaſſer ſchon; 2. daß die Ehrw. Synode aus den Paſtoren und Laien der Ge⸗ meinden Philadelphias eine Kommiſſion für Emigrantenmiſſion erwähle, welche die Arbeit des Miſſionars zu leiten und zu beaufſichtigen hätte. Dieſes Geſuch um Anſtellung eines Emigrantenmiſſionars wurde auch von der Baltimore-Diſtriktskonferenz unterſtützt, und ſie beauf⸗