# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S87 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 13. Delegatenſynode von Miſſouri, Ohio u. a. St. 1911. 87 große Not geraten und es nicht wagen, neue, hoffnungsvolle Miſſions⸗ gebiete in Angriff zu nehmen, weil ihnen die Mittel fehlen und ſie wohl wiſſen, daß die Allgemeine Miſſionskaſſe keinen Beiſtand leiſten kann. Gott ſegne auch ferner ſein Werk in dieſer ſo ſegensreichen und wichtigen Miſſion! — Beſchloſſen: 1. den uns unbekannten Gebern von je $5000.00 für dieſe Miſſion den Dank der Synode auszuſprechen; 2. daß der Kommiſſion das Recht gegeben werde, den Notſtand der Kaſſe im „Lutheraner“ zu veröffentlichen und darin um Gaben zu bitten; 3. daß die Synode jeder Diſtriktsſynode empfehle, eine beſtimmte Summe jährlich für Allgemeine Innere Miſſion beizuſteuern; 4. daß die Synode den Allgemeinen Präſes bitte, den Diſtrikts⸗ ſynoden dieſe Sache vorzulegen und ſie aufs herzlichſte zu befürworten. b. Emigrantenmiſſion. aa. Allgemeines. — Anfangs April dieſes Jahres erließ Herr Williams, der Commissioner of Immigration auf Ellis Island, unter Zuſtimmung der Regierung äußerſt ſtrenge Regeln für alle Emigranten⸗ miſſionare. Dieſe Regeln waren derart, daß wir bei Durchführung der⸗ ſelben unſere Emigrantenmiſſion einfach hätten einſtellen müſſen. Die Abſicht war, wie Sekretär Nagel unſerer New Yorker Kommiſſion mit⸗ teilte, dieſe Regeln zuerſt in New York durchzuſetzen und dann ſpäter auf alle Emigrantenmiſſionen unſers Landes auszudehnen. Der löb⸗ liche Zweck der Regeln war freilich nur, wie Commissioner Williams erklärte, „falſchen Miſſionen das Handwerk zu legen“. Der Commis⸗ sioner hatte guten Grund, einmal ſcharf vorzugehen und aufzuräumen mit verſchiedenem, was mit der Zeit bei manchen „Miſſionaren“ Ge⸗ brauch geworden war. Gegen das Wirken unſers Miſſionars, P. Reſtins, war zwar keinerlei Klage erhoben worden, doch waren die Regeln, die nun gegen alle Miſſionen in Kraft geſetzt werden ſollten, ſo draſtiſch, daß unſchuldige Miſſionen mit den ſchuldigen hätten leiden müſſen. Zunächſt erſuchte unſere Kommiſſion in New York den Commis⸗ sioner um eine Friſtverlängerung. Dieſe wurde gewährt, bis zum 1. Juli 1911. Vertreter der New Yorker Kommiſſion ſetzten ſich in Verbindung mit Vertretern unſerer Kommiſſion in Baltimore, ſuchten gemeinſchaftlich den dort weilenden hohen Beamten des Department of Commerce and Labor, Herrn John Wagenhals, auf, berieten mit ihm die Angelegenheit aufs gründlichſte und unterbreiteten dann durch ihn Herrn Sekretär Nagel und Präſident Taft ein längeres Schriftſtück. Darin ſagten ſie ſich los von allen Schmähungen gegen das Depart⸗ ment, die leider auch in der deutſchen Preſſe erſchienen waren, und baten um eine Gelegenheit, unſere Tätigkeit in den Häfen des Landes vor den Beamten in Waſhington perſönlich ſchildern zu dürfen. So kam es, daß Herr John Wagenhals am 16. Mai auf der Synode in St. Louis erſchien. Präſident Taft und Sekretär Nagel