# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S76 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 76 Verhandlungen der 28. Allgemeinen oder ohne dieſe Unterſtützung unſere Anſtalt, zu deren Gründung und Fort⸗ führung wir von einer Ehrw. Synode wiederholt ermuntert worden ſind, nicht erhalten können. Die Anſtalt gehört dem Südlichen Diſtrikt, und dieſer Diſtrikt iſt nur ein kleines Häuflein mit nur ganz wenigen ſelb⸗ ſtändigen Gemeinden. Abgeſehen von einer noch auf dem College⸗ eigentum ruhenden Schuld im Betrage von $600.00 brauchen wir zum Unterhalt der Anſtalt jährlich mindeſtens $2600.00, und mehr als $1100.00 das Jahr, ſelbſt etwaiges Schulgeld eingerechnet, können wir nach bisheriger Erfahrung in unſern Gemeinden nicht aufbringen. An eine Verminderung der Unkoſten iſt aber erſt recht nicht zu denken, da unſere lieben Profeſſoren trotz ihrer ſchweren und ſelbſtverleugnenden Arbeit ſich jetzt ſchon mit einem faſt zu geringen Gehalt begnügen müſſen. Wir erkennen zwar, daß unſere Anſtalt eine verhältnismäßig koſt⸗ ſpielige iſt, aber wir glauben auch, daß ſie einen Segen ſtiftet, der ſonſt verloren ginge und den man nicht verſchütten ſollte. Nicht nur übt das Beſtehen unſers College indirekt einen heilſamen Einfluß auf unſere hieſigen Gemeinden aus, indem ſie dadurch zu einer regeren Teilnahme an den Werken des Reiches Gottes im allgemeinen erweckt werden, ſon⸗ dern auch der direkte Erfolg der Anſtalt iſt keineswegs zu verachten. über die bisher erzielten Erfolge berichtet unſer Direktor, Prof. K. Niermann, wie folgt: „In den ſieben Jahren ſeines Beſtehens wurde unſer College von 71 Schülern eine längere oder kürzere Zeit beſucht. Von dieſen haben zwei junge Männer ihr Lehrerexamen beſtanden und ſind von hieſigen Gemeinden als Lehrer berufen worden. Drei bei uns ausgebildete Mädchen halten Schule in Gemeindeſchulen. Einer unſerer früheren Schüler hat in Seward, Nebr., ſein Examen beſtanden und ſteht jetzt im Schuldienſt. Ein weiterer früherer Schüler ſtudiert noch auf unſerer Schweſteranſtalt zu Concordia, Mo. Dieſer und unſere eigenen erſten drei Primaner werden, geliebt es Gott, im kommenden Herbſt in das Seminar zu St. Louis eintreten. Und eine ganze Anzahl früherer Schüler, die unſere Anſtalt beſuchten, um ſich eine höhere Bildung auf chriſtlicher Grundlage anzueignen, ſtehen nun in einem chriſtlichen Be⸗ ruf und dienen darin Gott und ihrem Nächſten.“ „Du ſiehſt“, ſo ſchließt unſer Direktor ſeinen Bericht, „unſer Werk iſt nicht vergeblich in dem HErrn.“ Und wer will ihm widerſprechen? Im gegenwärtigen Schuljahr wurde unſere Anſtalt von 28 Schü⸗ lern beſucht, 23 Knaben und 5 Mädchen. Unter den 23 Knaben waren 19, die ſich das theologiſche Studium als Ziel geſteckt hatten. Leider ſind aber 3 der letzteren im Laufe des Jahres wieder ausgetreten, ſo daß nur noch 16 von den „Theologen“ übrig bleiben. Das ſind nur kleine Zahlen; aber wir arbeiten ja auch auf einem kleinen Gebiet und ſind eben aus dieſem Grunde genötigt, eine Ehrw. Allgemeine Synode um Unterſtützung zu bitten. Wir leben der frohen Hoffnung, daß uns die erbetene Summe auch diesmal mit Freuden bewilligt werden wird. — Beſchloſſen, die begehrte Unterſtützung von $1500.00 pro Jahr für das Triennium zu gewähren.