# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1911_S66 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 66 Verhandlungen der 28. Allgemeinen oder Schon am 11. Juni 1908 konnten wir den Verkauf unſers Eigentums in Hawthorne abſchließen. Leider aber waren die Papiere über das Eigentum ſo dürftig und ungenau, daß die endgültige übertragung erſt am 1. Oktober geſchehen konnte. Wir waren ſchließlich genötigt, uns einen neuen deed von dem urſprünglichen Eigentümer zu verſchaffen. Am 26. Juni 1908 war unter paſſenden Formalitäten das Schul⸗ jahr in Hawthorne geſchloſſen und die erſte auf dieſem Gymnaſium ausgebildete Prima entlaſſen worden. Mit dieſer Abſchiedsfeier war unſer Heimatsrecht in Hawthorne beendigt. Auf unſere Anfrage hin erhielten wir von der St. Matthäus⸗ und von der St. Lukasgemeinde in New York die gütige Erlaubnis, in den von ihnen uns zur freien Verfügung geſtellten Räumen mit unſern Schülern uns nach Belieben einzurichten. Ausgaben für Miete, Feuerung und Licht blieben uns durch die Freundlichkeit dieſer beiden Gemeinden erſpart. Die drei oberen Klaſſen wurden der St. Matthäuskirche, die drei unteren der St. Lukaskirche zugewieſen. Ebenſo ſchnell wurde der andere Knoten gelöſt: Wohin mit den Lehrern? Die Profeſſoren Stein, Schmidtke und Schwoy entſchloſſen ſich — um der Synode Koſten zu ſparen —, vorläufig in Hawthorne zu bleiben. Prof. Heintze zog nach Mount Vernon, und für Direktor Feth und Prof. Heinrichsmeyer fand ſich je ein paſſendes Unterkommen in New York. Die Unterbringung der Schüler verurſachte größere Schwierigkeit, da die Wohnräume in New York äußerſt beſchränkt ſind; doch fanden wir ſchließlich für alle die nötige Herberge. Mit 89 Schülern wurde am 8. September 1908 das Schuljahr eröffnet, und ohne nennenswerte Unterbrechung wurde der Unterricht bis Ende Juni 1909 fortgeführt. Waren die Zuſtände, unter denen Lehrer und Schüler arbeiteten, auch nicht die denkbar beſten, ſo iſt es doch noch beſſer gegangen, als wir es uns vorgeſtellt hatten. Mit dem Neubau wurde am 23. Februar 1909 begonnen. Drei Gebäude — Lehr⸗, Wohn⸗ und Wirtſchaftsgebäude — wurden in An⸗ griff genommen. Unter Gottes ſchützender Segenshand ſind die Bauten in den folgenden Monaten vorangeſchritten, ſo daß wir ſie bereits am 21. November 1909 als ein preiswürdiges Denkmal lutheriſchen Glau⸗ bens und lutheriſcher Liebe dem Dienſte des dreieinigen Gottes weihen durften. Von fern und nah waren unſere Glaubensgenoſſen herbei⸗ geſtrömt, um ſich über die Vollendung dieſer für den Aufbau unſers lutheriſchen Zion an der atlantiſchen Küſte ſo vielverſprechenden Schule zu freuen. Dahin waren an dieſem Jubeltage die nordiſchen Winde und dunklen Wolken, die zwei Tage zuvor Berg und Tal mit einer Schnee⸗ und Eisdecke überzogen hatten und die am 23. November ſich wieder in ihrer ganzen Ungemütlichkeit einſtellten. Sanft und lind wehten die Lüfte, hell und warm war der Tag, ſo daß ganz unaufge⸗ fordert wohl jedermann die Güte Gottes auch dafür rühmte, daß er uns in dieſer ſonſt ſo rauhen Jahreszeit ſo außerordentlich gutes Wetter beſchert hatte. Die Einweihungsfeier war ein herzerhebender, alle An⸗